Stilbildung im Internet


Einerseits sollte es uns freuen, dass die gestandenen Printmedien ein Interesse an dem entwickeln, was die künftige Konkurrenz im virtuellen Raum so treibt. Weniger erfreulich wird es aber, wenn die Beiträge schlecht recherchiert sind, Unwahrheiten behauptet werden und wir uns fragen müssen, warum Modeblogs besonders in Deutschland noch immer nicht richtig ernst genommen werden. Konkret beziehen möchten wir uns auf einen Beitrag, der am 17. Februar 2008 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung erschienen ist. Darin kratzt die Moderedakteurin Anke Schipp ein wenig an der Oberfläche eines Themas herum, mit dem sie nicht so recht etwas anzufangen weiß und liefert einen Artikel, der seichter kaum sein könnte. Schlimm daran ist, dass das in einer renommierten deutschen Zeitung passiert, an deren Qualität der Leser glaubt. Was kann man da tun, außer einen Leserbrief zu schreiben und zu warten, was passiert...
Liebe Anke Schipp,
Wir sind recht enttäuscht über Ihren Artikel, da er nur an der Oberfläche kratzt und damit mehr schadet als er nützt. Mit ihrer Herangehensweise und mangelnden Recherche werden Sie der Vielschichtigkeit des Themas nicht gerecht.
Wir möchten Ihnen unsere Kritik gern detailliert darlegen:
Wir beginnen mit dem Untertitel: „Fashion-Blogger haben ihre eigene Sicht auf Mode – unabhängig von der etablierten Szene“ Sie spalten hier eine Gruppe ab, nämlich die der "Fashion-Blogger", welche es so pauschal nicht gibt. Diese Pauschalität wird der Vielseitigkeit der Szene überhaupt nicht gerecht. Modeblogger sind teilweise ein essentieller Bestandteil der „etablierten Szene“ (was auch immer das sein soll) und teilweise nicht. Die Grenzen sind dabei fließend!
Der weitere Untertitel: „Die Community wächst und wird von Designern umworben“ entspricht nicht den Tatsachen. Sehr viele der „etablierten“ Designer haben eine regelrechte Computerphobie (siehe Artikel von Suzy Menkes in der IHT vom 24. Februar 2008), man kann hier nicht von „umworben werden“ sprechen. Tatsächlich gibt es erste Annäherungen großer Mode- und Kosmetikfirmen an etablierte internationale Modeblogger. In Ihrem Artikel sprechen Sie nur die Einladung Passionatas nach Paris an und lassen frühere und wichtigere Aktionen außer Acht (Chanel, Gucci, Lancôme und von dem was in Frankreich alles passiert ganz zu schweigen).
Im 2. Absatz schreiben Sie: „Noch vor wenigen Jahren hätte sich keiner dafür interessiert, was sie anhaben,… seit es Fashion-Blogs gibt, ist das anders“ Leider zeugt auch das von schlechter Recherche. „Streetstyle Fotografie“ ist nicht erst vor "wenigen Jahren" entstanden. In Japan gibt es seit über 10 Jahren eine Zeitschrift mit dem Titel „Fruits“, welche den Streetstyle dokumentiert. Das ist eine der Inspirationsquellen der später entstandenen Modeblogs, so auch die des Sartorialist Scott Schuman. Jedoch: Streetstyleblogs, Fruits hin oder her. Es hat schon immer Menschen gegeben, die sich dafür interessiert haben, was andere Menschen anhaben (wieso sollte es sonst „Mode“ geben?).
Im 3. Absatz heißt es: „Wir sind die Mode!“ Wir fragen uns, was dieser Satz aussagen soll? Hier kommen wir zu einem Grundproblem Ihres Artikels: Fashion-Blogs versus Stil-Blogs versus Streetstyle-Blogs. Nur weil sich alle mit Mode befassen sind sie nicht gleich zu behandeln, da sie völlig unterschiedlich arbeiten! Sie pauschalisieren hier und werden damit wiederholt der Vielfalt dieses Mediums nicht gerecht.
Der Satz „Allein davon gibt es mittlerweile an die hundert“ macht uns stutzig, denn: woher haben Sie diese Zahl? Kurz darauf schreiben Sie „Experten schätzen die Zahl der Fashion-Blogs, in denen die neuesten Trends diskutiert, Styling-Tips gegeben werden oder einfach nur Vorstadtmädchen ihr Modetagebuch schreiben, auf inzwischen mehr als achthundert.“ Welche Experten meinen Sie? Wo und wann haben diese das "geschätzt"? Auf welche Art von Blogs beziehen sie sich? So eine Zahl ohne Quelle mit einem pseudowissenschaftlichen „Experten schätzen“ - „Beleg“ zu nennen sollte ihnen als Journalistin peinlich sein!
Weiter schreiben sie „Es handelt sich längst nicht mehr um eine Underground-Veranstaltung, bei der sich Studenten, Partygänger oder Hobbyfotografen ihre Zeit vertreiben“. Wir müssen Ihnen da widersprechen, denn genau das ist eins der interessantesten Charakteristika von Blogs. Und es sind gerade die Blogs der Partygänger, die besonders großen Anklang finden (TheCobraSnake, LastNightsParty etc...) und es sind Blogs von Hobbyfotografen wie Scott Schuman und Yvan Rodic die zu den besucherstärksten gehören! Außerdem listen Sie den Blog Katja Hentschels als einen „Blog Buster“ und das ist der Blog einer „Partygängerin“ und „Hobbyfotografin“..
Im 4. Absatz heißt es: „In der vergangenen Woche wählten Internet-User aus der ganzen Welt in einem Blog-Contest Hämmerles Projekt zum besten Street-Blog überhaupt.“ Wissen Sie überhaupt von welchem „Contest“ Sie da schreiben? An diesem nahm keiner der großen Streetstyle Blogs (Hel-Looks, Sartorialist, Facehunter, Oslostil usw.) teil und er fand wiederholt statt (in der ersten Runde gewann der Blog ILook aus Tel Aviv, der nicht noch einmal teilnahm). Dieser „Contest“ hat kaum Autorität – wie kann aus diesem der „beste Street-Blog überhaupt“ hervorgehen? Sie hätten das bei einer besseren Recherche schnell fest stellen können. Es gibt verlässlichere Kriterien im Web um die Qualität, bzw. Nutzung einer Website zu messen. Wir nennen Ihnen hier nur den Google Pagerank und die Technorati Authority - diese Hilfsmittel hätten sie auch vor der Zusammenstellung ihres „Blog-Buster“ Kasten konsultieren sollen. Oder wie erklären sie uns, dass ein Blog wie Slow Wear, unabhängig von seiner fraglosen Qualität, mit einer Authority von 8 und ohne Page Rank, dass heißt „nicht existent“ in den Google Suchergebnissen, in diesem Kasten auftaucht?
Weiter im 5. Absatz: „Wichtiger noch ist die Unabhängigkeit … und sind deshalb nicht auf Werbung angewiesen“ Das ist schlichtweg falsch. Die meisten Blogs blenden Werbung ein. Sie sprechen etwas an, was längst an anderen Orten kritisch diskutiert wird. Sie kommen mit dieser Behauptung und ihrer postulierten „Street Cred“ gut ein Jahr zu spät.
Oberflächliche Formulierungen wie „frech und frisch“ oder „ungesteuerte Jugendbewegung“ übergehen wir an dieser Stelle großzügig.
Kommen wir zu einer weiteren zu seichten Behauptung: „Mittlerweile werden die wichtigsten Blogger zu den Schauen eingeladen und von Designern hofiert“. Wir wissen nicht, wie sie darauf kommen, leider führen sie keine Beispiele an. Die großen und auch die meisten kleinen Designer laden grundsätzlich bis jetzt keine Blogger ein, eine Einladung bekommt man nur über Eigenengagement und Kontakte. Seit Monaten gibt es die Diskussion über die Anerkennung von Bloggern als Journalisten. Gern wüssten wir auch, wen sie mit „wichtigste Blogger“ meinen, denn sie nennen diese weder hier, noch in dem „Blogbuster Kasten“.
Wir selbst bloggen nun seit rund 2 Jahren und das recht erfolgreich. Verwechseln Sie unsere Entrüstung bitte nicht mit der Enttäuschung darüber, dass Sie unsere Blogs nicht erwähnen. Was uns mockiert ist die Tatsache, dass Ihnen die Leser glauben, weil Sie der Qualität der Frankfurter Allgemeinen vertrauen.


26 Kommentare:
es gibt, leider, nicht viele "klassische" journalisten, die das internet begriffen haben. der artikel von anke schipp ist dabei noch einer der besseren, der sich mit thema zumindest offen auseinandersetzt und fashionblogs dem mainstream erklärt.
Wir bezweifeln eben ihre Offenheit und ihre Lust auf Auseinandersetzung mit dem Thema.
Und wir bezweifeln den Informationsgehalt dieses Artikels.
vielen Dank für diesen sehr gut geschriebenen Artikel. Der Artikel von ihr hat mich auch beim ersten Lesen sehr gestört.
ich verstehe eure aufregeung überhaupt nicht. der artikel gibt auf keinen fall ein falsches bild wieder - es ist eine sicht der autorin. oberflächlich ist vll auch nur, dass er kurz ist, in der tat also never auf alle facetten des bloggens eingeht. es mag zwar sein, das es in japan schon viele jahre üblich ist, streetstyle zu fotografieren. nur ist hier ja die rede von viel alltäglicheren outfits und das das internet dem eine neue dimension gibt.
sorry, ich finde an dem artikel nix auszusetzen. er ist sogar sehr UNINTERESSANT - die aufregung also gar nicht wert.
Ich schließe mich Fenkes Meinung an, kann überhaupt nicht verstehen, warum ihr euch da so auf den schlips getreten fühlt.
Naja für meinen Teil sehe ich mich nicht "frisch und frech" als Teil einer "Jugendbewegung", sondern möchte, wie Mahret schon erwähnt hat, als Journalistin gewertet werden. Oder kann man sich erst als solche nennen, wenn man ein Gehalt von einem Verlag bezieht?
Vllt ist es hier aber auch ein klein wenig enttäuschend zu erkennen, dass WENN man ÜBERHAUPT von den klassischen Medien erwähnt wird, diese einen dermaßen von oben herunter behandeln.
ich verstehe eure entrüstung ehrlich gesagt auch nicht so ganz.
gut, manche sätze sind natürlich ein wenig fragwürdig und lassen erkennen, dass die autorin sich wohl sicher noch nicht so lange wie wir hier alle mit dem thema fashion und streetstyleblogs außeinandersetzt.
das einzige das mich wirklich sehr an diesem artikel gestört hat:
man weiß nie wirklich wovon diese frau schreibt. es wird bis zum ende nicht klar, wann sie sich auf streetstyleblogs oder auf fashionblogs bezieht.
meiner meinung nach scheint sie vor allem von den größeren streetstyleblogs zu sprechen, auf diese treffen schließlich auch die meisten ihrer behauptungen zu.
ich persönlich stoße mich aber nicht nur an ihrem artikel, sondern auch ein bisschen an eurer kritik.
erst beschwert ihr euch dass das "umworben werden" doch vollkommen falsch ist, im gleichen atemzug werft ihr der autorin aber vor, irgendwelche zusammenkünfte zwischen großen labels und blogs nicht erwähnt zu haben. ist das nicht in sich ein kleiner wiederspruch?
ich finde außerdem dass die autorin mit dem satz "es handelt sich längst um keine undergorund veranstaltung mehr" vollkommen recht hat. mark hunter, ivan oder die betreiber der anderen bekannten blogs (von denen die autorin glaube ich die ganze zeit spricht) haben ihr hobby doch längst zum beruf gemacht. sie sind nicht nur mehr irgendwelche jungs die partyschnappschüsse aufnehmen, sondern sind mit ihren blogs praktisch geschäftsmänner geworden.
und eine undergroundveranstaltung ist es nun wirklich nicht mehr wenn mark irgendwelche backstageschnappschüsse und partyfotos bei den großen modeschauen in paris macht.
andere blogs mögen sicher noch im underground agieren, allerdings glaube ich dass die autorin des faz texts einfach nur von den wirklich dicken fischen redet.
zum blog-buster kasten:
was ist an ihm so falsch? sie schreibt dass facehunter und the sartorialist zu den wichtigsten gehören. daran erkenne ich keinen fehler. bei den anderen schreibt sie doch dazu dass sie sie nur "interessant" findet. "slow-wear" vestehe ich eher als tipp, warum sollte sie denn nichts nennen dürfen, das nicht weit oben in irgendwelchen google-rankings steht? mit verlaub, dieses rumreiten auf den ganzen page ranks klingt wirklich als würdet ihr euch ärgern, nicht selbst in dem kasten zu stehen.
das problem insgesamt ist wirklich, dass man nicht weiß von welchen bloggern sie spricht.
denn es stimmt schließlich auch, dass mark hunter, der typ von sartorialist und ivan zu den fashion shows in paris etc. eingeladen waren. sollte sie sich auf diese beziehen, dann kann ich auch an diesem satz keinen fehler entdecken.
wie gesagt, mich persönlich stört vor allem die fehlende differenzierung in dem artikel. außerdem die auch von euch genannten oberflächlichen bezeichnungen und dieses von oben herab. aber das ist wohl eher das sicher noch länger währende problem zwischen "richtigen" journalisten und den blogschreibern.
das sollte jetzt alles übrigens keine generelle kritik an euch sein, ich liebe euren blog.
nur diese kritik liebe ich nicht so sehr...
liebe grüße.
ehrlich gesagt, bin ich schockiert über diese dermaßen schlechte recherche dieser frau.
klingt, als ob sie den "artikel" mal eben so geschrieben hat und das mit infos vom "hören sagen".
mir scheint, die journalisten glauben, wir blogger kratzen an ihrem journalisten-thron, wir würden ihnen den rang ablaufen.
sie hat recht, wir sind mit unseren meinungen und "infos" schneller, als die printmedien und denen geh der stoff aus.
ich finde, der artikel strotzt nur vor lustlosigkeit, unwissen und missgunst.
im grunde ist dieser artikel eine reine kurz-info für alle unwissenden. um die leute "mal eben auf dem laufenden" zu halten, was gerade so im internet unterwegs ist. diesmal ist es kein virus, sondern die blogger. O_o
ich finde deinen brief wunderbar!
Der Artikel ist natürlich nicht zur Gänze falsch! Was uns vor allem stört ist die Oberflächlichkeit der Recherche und die Nachlässigkeit im Detail. Genau was du bemängelst, Lea, stört uns eben auch. Es wird kein Unterschied gemacht zwischen Streetstyle und Fashionblog, es werden zu wenig Beispiele genannt, es werden keine Belege erbracht, sondern es wird behauptet und pauschalisiert. Natürlich kann man jetzt sagen - ist ja nur Mode und dann auch noch nur online, aber mir ist das nicht genug. Und vielen anderen auch schon nicht mehr. Ich erwarte von der FAS mehr Gründlichkeit!
Übrigens haben wir den Brief nicht nur hier veröffentlicht, sondern auch an Anke Schipp per Email geschickt.
Außerdem muss ich erwähnen, dass sie mich vor dem Erscheinen kontaktiert hat und mit mir telefonieren wollte - ich meldete mich zwei Tage später (Freitag) zurück und das war leider schon zu spät - der Artikel erschien am Sonntag.
Ich freue mich sehr, dass sich hier so viele zu Wort melden!
Lea, ich mag deinen Blog auch :)
nochmal zu deiner Kritik Lea
erst beschwert ihr euch dass das "umworben werden" doch vollkommen falsch ist, im gleichen atemzug werft ihr der autorin aber vor, irgendwelche zusammenkünfte zwischen großen labels und blogs nicht erwähnt zu haben. ist das nicht in sich ein kleiner wiederspruch?
Wir schreiben von _ersten Annäherungen_ zwischen großen Firmen und Blogs. "Umworben werden" ist das nicht - und selbst diese Annäherungen erfährt nur eine "Elite" (die größten Blogs) - bezogen auf die deutsche Situation sieht es sogar noch schlechter aus
"es handelt sich längst um keine undergorund veranstaltung mehr"
das würde ich nie bezweifeln - aber man muss den ursprung dieser entwicklung im blick haben, alle großen blogger sind (im moment noch) hobbyfotografen und partygänger
dass mark hunter, der typ von sartorialist und ivan zu den fashion shows in paris etc. eingeladen waren
ja, das stimmt. aber das gründet in deren eigeninitiative und in deren kontakten. gerade scott (sartorialist) und yvan (bei denen weiß ich es sicher) sind große und begabte netzwerker - und um mal von mir selbst zu sprechen in Bezug auf die Berlin Fashion Week - ich werde eingeladen, weil ich die veranstalter anschreibe und frage, ob ich kommen kann (inkl einer vorstellung meines blogs mit referenzen) - und ich bekomme jede menge absagen bei shows. wenn ich zusagen bekomme, liegt das meist daran, dass ich jemanden in der zuständigen pr agentur kenne - das ich initiativ "eingeladen" werde, das kommt sehr sehr selten vor
Ich denke zudem und ich weiss es aber nur beim Sart, dass dieser es bezüglich Showen auch einfach hat weil er eben auch einfach vor seinem Blog schon im Modebusiness tätig war und sicherlich nicht gänzlich unbekannt war (man lese seine Bio). Das ist kaum zu vergleichen mit Bloggern, die keine so enge Bindung zur Fashionindustrie haben.
Ich finde genau das am Text schlecht, sie differenziert nicht zwischen den grossen sehr bekannten Blogs und den kleinen aufstrebenden Blogs, das macht schwierig ihren ihren Artikel zu verstehen und auch ernstzunehmen, weil man mMn nicht beide einfach in einen Topf werfen kann. ES wäre besser gewesen sie hätte sich für etwas entschieden oder quasi den Artikel unterteilt und über die Erfolge der grossen Blogs berichtet und wäre dann als Gegenbeispiel bzw ergänzug auf die kleineren Blogs und ihre Hoffnungen, Probleme und Wünsche eingegangen.
Außerdem reden wir hier nicht von irgendeinem Dorfblättchen, sondern von der Sonntagsausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der renommiertesten Zeitung Deutschlands! Einer Zeitung die gelesen wird und der man glaubt und vertraut. Was letztlich dazu führte dass mir bei der Arbeit (ungeliebte oder nicht) Kollegen den Artikel auf den Tisch pfeffern mit dem Kommentar "ah das stand am Sonntag in der Zeitung, ich dachte schon Dein Blog ist auch dabei, war er aber nicht, ist wohl einfach nicht so wichtig...". Ich möchte mich hier nicht in einem Atemzug mit den großen Fischen genannt wissen (wenn denn aber wenigstens all die großen Fische genannt gewesen wären!!!), hatte aber, als ich den Artikel las, schon ein seltsames Gefühl. Eben weil die Leute GLAUBEN was sie da lesen und daraufhin WERTUNGEN anstellen. Natürlich wissen wir fleißigen Blogleser was wie ernst zu nehmen ist und klar wissen wir, "ah die hat halt keine Ahnung" oder was auch immer. Aber meine Oma, meine Eltern, Nachbarn, Arbeitskollegen wer auch immer (z.B.) wissen es nicht. Es fühlt sich so an, als würde meine ganze Arbeit, die ich in mein Blog investiere (warum auch immer) im Nichts verpuffen, weil ich als kleines Vorstadtmädchen ja nur mein kleines Modetagebuch schreibe????
Alle Entschuldigungen hier, dass die Dame nun mal wenig Ahnung hat, schlecht informiert war etc. sind schlichtweg ungenügend, ja gar erschreckend. Für diesen Artikel gibt es keine Entschuldigung! Dieser wurde von einer erfahrenen Journalistin verfasst in einer renommierten Tageszeitung. Hätte die sowas im Politik- oder Wirtschaftsteil abgeliefert, wäre die ihren Job losgewesen! Das geht einfach nicht!
Wie Liv sagt, hätte der Artikel unterteilt werden müssen, sie hätte einen Schwerpunkt wählen müssen. Alles in einen Topf zu werfen wird der Vielschichtigkeit der Sache nicht im geringsten gerecht. Es gibt so viele unterschiedliche Gründe, Modeblogs zu schreiben, von Streetstyledokumentation über Modetagebuch bis hin zu Karrierestützen.
finde die kritik an dem faz-artikel auch völlig übertrieben. remember: die faz ist kein special sondern ein general interested magazin! ergo ist der artikel auch nicht von einem (blog-)experten, sondern von einer kulturjournalistin geschrieben worden! und noch viel wichtiger; der artikel ist vor allem nicht für ein expertenpublikum, sondern für eine breite und interessierte öffentlichkeit gedacht und erfüllt somit vollkommen seinen zweck. eure haarspalterei und haushohen ansprüche an den artikel sind somit auch wie oben erwähnt vollkommen übertrieben. sorry!
habe lange überlegt ob ich hier noch was zu sagen soll...
Ich denke aber vielleicht sollte man abschließend noch sagen:
Die beste Reaktion auf den Artikel von Anke Schipp wäre, selber einen 'besseren' zu schreiben, oder?!
closed :))
ps: macht weiter so!
@ anonym
"haushohe ansprüche"? Was bitteschön ist an einem Wahrheits- und Gründlichkeitsanspruch haushoch? Das gehört zu den journalistischen Grundbedingungen. So ein Wischiwaschi ist in keinem Ressort zu tolerieren.
Meinegüte, ich finde die Reaktionen hier teilweise echt erschreckend! Ihr seid doch größtenteiles selbst Blogger, nehmt Ihr denn Eure eigene Tätigkeit selbst so wenig ernst?
@ mahret,
journalistische gründlichkeit in allen ehren, aber die faz ist nun mal eben nicht die women's wear daily! ich nehme journalistische tätigkeiten übrigens sehr wohl ernst und kann von daher auch gut zwischen special und general interest magazinen unterscheiden... und nochmal die faz ist nunmal kein fachblatt! und so kann ich auch mit einigen unscharfen formulierungen aus dem artikel gut leben, ist ja wirklich nicht so, als würde der text die gesamte 'blogosphäre' diffarmierend darstellen!
Huch, mein Kommentar wurde nicht angezeigt! Also nochmal:
Der FAZ-Artikel ist oberflächlich und pauschalisierend! Das sollten Journalisten generell vermeiden.
Ich bin sehr gespannt, wie/ob Frau Schipp auf euren Brief reagieren wird!
"Es gibt verlässlichere Kriterien im Web um die Qualität, bzw. Nutzung einer Website zu messen. Wir nennen Ihnen hier nur den Google Pagerank und die Technorati Authority" schreibt ihr - seit wann sagt die Nutzung oder Zahl der Verlinkungen etwas über die Qualität einer Site/eines blogs?
Slow Wear kann daher gut mit dem Bericht von Frau Schipp leben - denn so wird auch redaktionelle Anstrengung - abseits des xten Streetstyleblogs aus irgendeinem Dorf dieser Erde - gewürdigt.
Ich stimme zu, dass der Artikel nicht differenziert genug geschrieben wurde.
Dennoch bin ich mit eurer Art der Reaktion nicht ganz zufrieden. Zwar ist das eure Entscheidung gewesen und IHR stoßt euch sehr an dem Artikel.
Dennoch finde ich die Wirkung die eurer Beschwerdebrief erweckt nicht gerade sehr löblich für die gesamte Bloggerwelt. Ihr habt eventuell ein bissel zu hysterisch reagiert und es wirkt - für meinen Geschmac- etwas anmaßend. Irgendwie macht mich der von euch verfasste Text genauso unruhig wie der Zeitungsartikel.
gb, die Besucher- und Linkzahlen sagen nicht direkt etwas über die Qualität aus, aber eben darüber ob ein blog rezipiert wird - daher lässt sich darüber zumindest eine aussage über die Popularität treffen. Anke Schipp überschreibt die Ausahl mit "die wichtigsten Blogs" - und das hängt nun mal an den Leserzahlen
abgesehen davon ist der Satz "Wer es bislang nicht geschafft hat, Straßenstar zu werden, kann sich selbst ins Netz stellen unter gofugyourself.com." schlichtweg falsch, gofugyourself ist ein Blog auf dem über vermeintliche Kleidersünden (recht amüsant) gelästert wird
außerdem wüßte ich gern, wo das "xte streetstyle blog aus irgendeinem Dorf" Würdigung findet? Streetstyle Blogs haben vor ca. einem bis zwei Jahren etwas mehr Aufmerksamkeit erfahren als Modeblogs, aber nicht ALLE sondern die großen, und das häufig zu Recht
Die Qualität von slow-wear will ich dabei nicht beurteilen, ich sehe die Erwähnung im Zusammenhang mit den "größten Blogs" aber als Zeichen für eine schlechte Recherche. Und diese schlechte Recherche ist es, was mich an dem Artikel eben besonders stört.
Spiegeleule, was ist an unserem Brief anmaßend und welche Wirkung hat dieser Brief?
@Mary Zu viele Worte, ich rate zu mehr Gelassenheit - auch wenn ihr auf alles ein Antwort zu haben scheint.Wirkt schon leicht verbissen und dafür ist das Thema zu unwichtig, obwohl in Deutschland ja alles gerne zur Weltanschhaung gemacht wird - am Ende war es nur ein Artikel in einer Zeitung.
Übrigens: ich bin einer der Macher von Slow Wear und unsere Rezeption ist echt Spitze (finde ich).
Gruß
Gunnar
Ihr solltet euch vllt nicht ganz so wichtig nehmen. Euer Leserbrief wirkt von vorne bis hinten hysterisch. Anke Schipp musste sich im Vorfeld, wie wohl jeder andere Journalist auch, erst einmal einen Überblick über diese Thematik verschaffen. Das sie dabei über einige Dinge nicht Bescheid weiß oder sogar zu falschen Erkenntnisse gelangt ist.... so what?!
Eure Besessenheit diesen Artikel bis ins Kleinste auseinanderzufuseln ist einfach nur übertrieben und unangebracht.
Ich kann mich da Spiegeleule anschließen.
Der Artikel ist nicht differenziert genung, ja, aber eure Reaktion war auch nicht die Beste.
Er klingt schon sehr danach, dass ihr euch auf den Schlipps getreten fühlt und euch etwas zu wichtig nehmt, sorry.
Ich bin auch der Meinung, dass der Artikel zu oberflächlich betrachtet ist, gerade im Bezug auf die Unterschiede der Blogs.
Ich kann nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Ein Streetstyle Blog ist einfach etwas völliges anderes, als ein "Fashion Blog" oder wie man es nennen möchte.
Auch finde ich nicht gut, dass sie die Differenz der Designermode und der Mode der Blogs so herausbringt, da das mMn nicht unbedingt den Tatsachen entspricht.
Eigentlich richten sich ja sehr viele Blogger sehr an den vorgegebenen Trends und nicht jeder versucht en Individualist zu sein und seinen eigenen Stil durchzusetzten.
Manche Blogs leben ja fast davon die Desgner zu kopieren.
Aber das Thema ist in Deutschland ja eh gerade im Moment heikel zu betrachten. Auch, wenn ich mich nach dem Grund frage.
Ich wollte meine Meinung auch abgeben, auch wenn ich nur ein minkleiner Fisch bin und eigentlich noch keine Ahnung von den Szene habe.
Ich persönlich finde den Artikel einfach nicht gut genug recherchiert und da hilft es auch nicht, wenn man sagt " Die Dame ist ja nicht Experte auf dem Gebiet sondern betreut ein was anderes" das hat nichts damit zu tun, dass die Arbeit schlecht ausgeführt wurde. Ich erwarte von einer Journalistin, Arzt, Handwerker und allen anderen einfach eine angemessene Arbeit, dafür wurden diese Leute ausgebildet bzw. deswegen haben sie diesen Job. Es kann einfach nicht sein, dass man sich so mangelhaft vorbereitet und die einfachsten Basics nicht auf die Reihe kriegt (bsp. Differenzierung der Arten von Blogs). Wenn zB ein Arzt eine falsche Diagnose rausgibt, dann hat das schwerwiegende Konsequenzen, wenn ich einen einen Handwerker bestelle, dann erwarte ich eine vollständige Arbeit und nichts halbes, wenn ich einen Steuerberater hinzuziehe, dann erwarte ich auch eine 100%ige Recherche und ansprechende Arbeit. Zu sagen "da fühlt jmd. sich auf den Schlips getreten und sucht nach Anerkennung o.ä" ist meiner Meinung nach zu einfach dahingestellt.
ok, nach dem ganzen hin und her nun auch von mir nochmal eine kleine stellungnahme. ich muss sagen ich war auch sehr ueberrascht ueber den artikel. zuerst einmal darueber dass, obwohl ich von frau schipp eine halbe stunde am telefon interviewt wurde von mir im prinzip nie die rede ist (mal abgesehen vom "blogbuster" kasten).
ausserdem hab ich bis jetzt nicht verstanden wieso manaolo shoes und slow wear mit face hunter und satorialist in einem atemzug erwaehnt werden und fand es auch nicht hilfreich dass der bericht mit street fashion fotos ausgeschmueckt wurde, er jedoch offensichtlich nicht ausschliesslich ueber diese berichtete.
eure kritik auf der anderen seite fand ich ehrlich gesagt auch etwas uebertrieben und ein sachlich lockerer ton haette der situation sicher eher entsprochen da es sich ja hier nicht um weltbewegendes handelte. wenn's hochkommt hatte ich viell. insgesamt 300 visitors mehr die faz mir geschickt hat, aber die tun's nun auch nicht. vielleicht koennte man ueberlegen dass frau schipp nur x stunden hat fuer jeden artikel und x hat hier eben nicht fuer ein allumfassendes resultat gereicht.
viele der blogs die nicht erwaehnt wurden sind ausserdem so bekannt dass sie es garnicht noetig haben in 2 zeilen der faz zu stehen.
viele gruesse,
katja (die sich nicht als hobbyfotografin sieht ;)
Für mich repräsentiert dieser Artikel exakt die Art der "Oberflächenrecherche" die ich bereits von anderen deutschen Zeitschriften kenne. Natürlich ist die FAZ ein spezieller Fall...da stimme ich zu. Die Kritik ist berechtigt, könnte und sollte aber dann auf weitere deutsche Zeitschriften/Zeitungen angewandt werden, die genau über dieses Thema ähnlich schlecht informiert waren und dennoch Artikel darüber publizierten. Ich selbst lebe in Frankreich und bin sehr oft erstaunt darüber wie wenig deutsche Publikationen am internationalen Modegeschehen teil nehmen.
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