KÄSEWEISS

Die Modebranche hat ein Problem mit der Vielfältigkeit. So unterschiedlich die Designs auch sein mögen, vorgeführt werden sie von den immer gleichen blassen und blonden Modellen mit den wässrig blauen Augen. Erfolgreiche Models mit einem anderen als einem europäischen oder nordamerikanischen Hintergrund kann man an zwei Händen abzählen: Tao Okamoto, Liu Wen, Du Juan, Jourdan Dunn, Chanel Iman und Lakshmi Menon sind die einzigen Namen, die im Moment immer wieder fallen. The Cut widmete dieser Merkwürdigkeit gerade einen Artikel, da gerade in Mailand die Laufsteg beinah rein weiß waren (Fast traurig ist, dass darin die blonde Raquel Zimmermann, ein in Brasilien geborenes Supermodel mit deutschen Wurzeln, als Latina gezählt wird.) Besonders Prada folgt damit einer jahrzehntelangen Strategie - no black, no asian. Als in den letzten Saisons EIN schwarzes Model bei Prada eröffnen durfte, war das vielen Medien eine Nachricht wert. Warum ist das so? Klar, es soll ein einheitlicher Look erreicht werden. Das führt bei Prada aber unter Umständen dazu, dass die Models in den Kampagnen nicht mehr voneinander zu unterscheiden sind. Austauschbare osteuropäische Grazien ohne Wiedererkennungswert. Und dann wird immer wieder darüber diskutiert, dass sich das doch mal ändern sollte, aber es passiert dennoch nichts. Das ist ein bisschen wie mit der anhaltenden Magersuchtdiskussion. Hauptsache, man redet drüber.
Bild: Prada Show in Mailand


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