Duktussuche

Derzeit werden in den Räumen der Berliner Guggenheim Foundation Werke des Photorealismus der siebziger Jahre, einer äußerst populären Kunstrichtung ("da diese Künstler wenigstens noch was können"), gezeigt. Und wie so oft bei den großformatigen Gemälden der Stars Richard Estes und Chuck Close (welch passender Name), begeben sich die Leute auf die Suche nach dem Strich, dem Pinselstrich (fachsprachlich Duktus). Sie kriechen in die Bilder, weil sie so fasziniert sind von der glatten Oberfläche, nähern sich dem Bild gefährlich, weil das doch eben gar nicht sein kann, dass man da keinen Strich sieht. Ist meist aber so. Und auch ich kann mich dieser kurzweiligen Faszination nicht erwehren, vor allem wenn jemand wie Ben Schonzeit die fotografische Unschärfe auch noch mit malt. Leider machte mir eine übereifrige Wachperson einen Strich durch meine fotografische Rechnung indem sie mich darauf hinwies, ich dürfte die Leute vor den Bildern nicht einfach so fotografieren. Ich sagte drauf: Aha. Und ging in den nächsten Raum. 
Fotos von mir, oben: Chuck Close & guests, unten: Ben Schonzeit: Cauliflower 1975 - weitere Bilder der Ausstellung die noch bis zum 10. Mai zu sehen ist, gibt es auf Flickr.


3 Kommentare:
these pictures are fantastic
xx
the crumpet girls
http://crumpetandt.blogspot.com
I don't understand the language but your blog has good pictures.
hihi, ja, die suche nach dem pinselduktus...die kunsthistorikerin spricht- ich bin ja auch so eine.
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