visual and emotional brilliance


Merkwürdigerweise gehe ich derzeit nicht sonderlich oft ins Kino und das liegt allein an den Eintrittspreisen, für deren Verdopplung ich eben auch eine mittelgute Theaterkarten bekommen würde. Gestern war aber Kinotag und es lief Stellet Licht (Stilles Licht) von Carlos Reygadas und das hat sich durchaus gelohnt. Zum einen weil es ein totaler Kamerafilm ist - in fast perfekt schönen Einstellungen entfalten sich Landschafts- und Personenkonstellationen links und rechts der Mittelachse. Und zum anderen weil es ein so stiller Film ist, es gibt kaum Dialoge, keine Musik, nur die Eigengeräusche der Dinge: tickende Uhren, schluchzende Männer, schmatzende Kühe, wehende Blätter und brummende Motoren. Alles konzentriert sich auf das, was gesagt wird und was nicht gesagt werden kann und vielleicht auch nicht gesagt werden muss. Denn was soll/kann/muss man in dieser Situation sagen, wenn der Mann sich in eine andere verliebt, sich nicht entscheiden kann und als einzige Aufrichtigkeit die Ehrlichkeit pflegt. Ort ist die Welt der plattdeutschen Mennoniten in Mexiko, was das ganze nicht einfacher macht.
Stellet Licht, der sich manchmal in allzuviel Ästhetik verliert, ist ein großartiger Film, der sich auf seine Bilder und Szenen konzentriert und diese bis zum Ende ausspielt, die Nerven damit strapaziert und einiges verlangt.
Bilder: Stills aus Stellet Licht.


2 Kommentare:
ui. das klingt sehr gut. denn muss ich mir mal zu gemüte führen!
...die 2 Fotos sind klasse, ein Farbspiel!
Post a Comment