Sunday, June 28, 2009

glaube / hoffnung / wahrheit



Es ist ja nicht so, als wäre das nicht klar. Als wüßte nicht jeder, dass Dokumentarfotografie nie so dokumentarisch oder gar objektiv ist, wie sie tut und, dass Fotojournalismus mehr über den Standpunkt des Fotografen offenbart, als über das Fotomotiv. Guillaume Chauvin und Remi Hubert gewannen gerade den Pariser Grand Prix du Photoreportage Etudiant für eine Strecke zum prekären Leben französischer Studenten. Die, so gaben sie bei der Verleihung bekannt, komplett gestellt ist. Sie "wollten bei dem Wettbewerb mitmachen um die Bildcodes, die im Fotojournalismus häufig verwendet werden, zu zeigen und zu beweisen, dass etwas Wahres in etwas Inszeniertes übersetzt werden kann." Also noch mal unterstreichen, dass Fotojournalismus keinen Anspruch darauf haben kann, etwas Authentisches zu zeigen - das er nur funktioniert, solange wir an die Bilder glauben.

Die Strecke gibt es hier.
Via

Bild: Guillaume Chauvin, Remi Hubert

3 Kommentare:

Alena said...

ja irgendwie ist da was Wahres dran. aber es ist irgendwie auch traurig, wie inszeniert die ganze Welt doch mittlerweile ist, egal wo man hinschaut.

Mary said...

also na das ist ja reichlich kulturpessimistisch - mittlerweile wäre dabei zu hinterfragen, bzw. zu überlegen, ob der hang zur inszenierung dem menschen nicht einfach innewohnt.
zudem jede menschliche erfahrung übersetzt in text/bild immer inszeniert ist

wohl aber weist es auf die ästhetisierung im fall von dokumentarfotografie hin, die ja auch deshalb so beliebt ist

Linda Love said...

und ich denke auch, dass schon jedes bewusste "kamera in die hand nehmen" irgendwo zwangsläufig zu einer inszenierung führt, und sei sie noch so klein. egal von welchem szenario ein james nachtwey gerade zeuge ist, "inszeniert" er nicht schon dann, wenn er seinen standpunkt wählt, ob er die kamera hoch oder tief hält,welchen ausschnitt etc etc ?!
für mich persönlich entscheidet der unterschied zwischen wahrheitsgetreu inszeniert, und manipuliert.

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