wahrheit / hoffnung / glaube

Fotografien sind keine Dokumente der Realität. Aber sie sollen oder wollen es sein. Und weil wir Fotografien immer noch so sehr glauben (wollen) und sie brauchen, versuchen wir uns in Regeln, welche sie dann doch Dokumenten ähnlich(er) machen sollen. Die NY Times macht das so:
Images in our pages, in the paper or on the Web, that purport to depict reality must be genuine in every way. No people or objects may be added, rearranged, reversed, distorted or removed from a scene (except for the recognized practice of cropping to omit extraneous outer portions). Adjustments of color or gray scale should be limited to those minimally necessary for clear and accurate reproduction, analogous to the "burning" and "dodging" that formerly took place in darkroom processing of images. Pictures of news situations must not be posed.
Schön gesagt, aber wenig funktional. Denn gerade (wieder) wurde bewiesen, dass selbst schöne Regeln und erhöhte Aufmerksamkeit nicht vor Fehlern schützen. Edgar Martins Fotostrecke verlassener Häuser, angeblich entsprechend den NY Times Regularien entstanden, sind digital manipuliert. Und das auch noch ziemlich amateurhaft. Und das wurde nicht von den geübten Redakteuren erkannt - sondern von Lesern, weshalb sich die Times entschuldigt und die Bilder online entfernt hat. Und wieder: es gibt keine Wahrheit, nur Glauben.
Via: Conscientious, APhotoEditor
Foto: Edgar Martins


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