geht das eigentlich?
"Die Unabhängigkeit der Blogs wird zunehmend von großen Konzerne, Labels und Marken genutzt, integriert und zur Imagepflege benutzt. Die Protagonisten benutzen es eher zur Erarbeitung eines feinen Portfolios, als dass es zur unabhängigen, kritischen Berichterstattung genutzt würde. Sie haben auch ein bisschen den Spaß verloren, bloggen kaum mehr Inhalte. Frage also: Sehe ich das eigentlich viel zu schwarz? Oder sogar ganz falsch?"
Timo F. verlangts nach mehr Kritik in der Modebloggerei - ich entgegne, die Kritik passiert in der Auswahl des Themas, was man scheisse findet, wird nicht gebloggt. Mache ich, zumindest meistens, so. Im Umkehrschluss hieße das, alles was ich nicht erwähne, finde ich scheisse. Stimmt auch nicht. Und nun?
Man könnte auch sagen, dass klar keiner von den Modeblogetten kritisch ist, da sie dafür meistens a) zu wenig Ahnung haben und b) noch nicht genügend angekommen sind um bereits aufzubegehren. Könnte man meinen. Kann man aber auch nicht. Denn dann müsste sich ja langsam mal eine Kritik entwickeln, schließlich bloggen die "Großen" bereits einige Jahre.
Ach, eine Endlosschleife. Und: ich fand die neue Rodarte Kollektion langweilig. Oder nein, langweiliger als die ersten. Es ist doch eine Krux mit der Kritik.
Ich gebe die Frage mal weiter an die kritischste unter den deutschsprachigen: Blica.
Hier die Fortsetzung von Timo F..


11 Kommentare:
Ja, Frage ist, wozu Modebloggen, es gibt so viel mehr.
Ja, Frage ist, wozu hier kommentieren, es gibt so viel mehr.
noch ne endlosfrage:
ist mode überhaupt ein kritikwürdiges thema?
ich denke nicht, denn es ziemlich eine aufgebauschte szene die wenig inhalte bietet.
Ich halte es mit Mary - was sch***e ist fällt i.d.R. unterm Tsich. Mode ist Kunst und darf unkommentiert bleiben. Blogs bieten die Möglichkeit sich eine eigene Meinung zu formen durch Reibung mit einer anderen. Imagepflege? An einem echten Blogger kommen die nicht vorbei. Und wenn da nn haben sie was richtig gemacht. Ich darf doch etwas mögen. Ich will subjektiv sein. Und überhuapt, ihr kiregt content für lau,nach bestem Wissen und Gewissen, warum dürfen wir nicht einfach sagen was uns passt? Lügen ist kein Stilmittel für Blogger. Man kann damit nun mal kein Geld verdienen also kann man eifnach sein Ding durchziehen.
Und es dürfen auch triviale Themen jemand interessieren. Wirklich.
@spiegeleule, das halte ich für großen quatsch. suzy menkes, cathy horyn und sarah mower zeigen ja, dass es so nicht ist.
genauso wie ich das gerede, von wegen mode sei so seicht und oberflächlich, gerade inhaltslos und sowieso verblödet für ähnlichen quatsch halte. ist das nicht opportunes intellektuellen geschwafel, das sich von der mode fernhalten will, die mit ihrer konzentration auf den ästhetischen effekt überhaupt kein problem hat und sich nicht in komplexe rechtfertigungsargumentationen versteigt, wie man es z.b. von der bildenden kunst kennt?
@mybeautyblog, so meinte ich das eben nicht. denn ich schrieb ja bereits, dass mein argument, kritik drückt sich an der auswahl aus, einschränken muss. ich empfehle auch die lektüre von timos artikel dazu, meiner baut darauf nur auf.
"Man könnte auch sagen, dass klar keiner von den Modeblogetten kritisch ist, da sie dafür meistens a) zu wenig Ahnung haben"
Ich glaube da liegt schon der Kern der Sache. 85 % haben einfach keine Ahnung, 5 % denken sie hätten Ahnung und nerven ihre Mitblogger, 5 % haben Ahnung und dürfen kritisch sein und der Rest schaut erst mal was die Anderen schreiben. Ich habe auch keine Ahnung, kritisere trotzdem von Herzen gerne und gebe somit den Ranicki der Bloggosphäre. Den konnte deswegen auch niemand leiden.
In addition : ich halte Mode für äußerst kritikwürdig, kritikfreudig. Was natürlich nichts daran ändert, dass 80% (Ich hab's heute mit Prozenten) Spacken in der Szene rumlaufen. Solange Kleider Leute machen wird das auch so bleiben. Ist doch auch irgendwie toll.
also ich habe mich heute nocheinmal weiter mit dem thema der kritik und speziell in der mode auseinander gesetzt. vielleicht komme ich nur zu weiteren fragen.
zunächst einmal ist kritik ja die Kunst etwas beurteilen zu können. und dahinter steckt das bedürfnis einen fehler aufzuweisen in der sache die kritisiert wird.
also folgere ich: erst wenn in mir das gefühl entsteht, dass ich einen widerspruch vor mir habe, dann kritisiere ich. also es muss ein widerspruch zwischen meinen vorstellungen/erwartungen und dem vorliegenden sachverhalt vorhanden sein, dann fühle ich das bedürfnis zu kritisieren.
desweitern kommmt das folgende problem hinzu: die positon des kritikers. er hat die möglichkeit in der (das beispiel) modebranche zu stecken, also teil dieser zu sein. dann kritisiert er die mode von innen heraus.
oder er steht außerhalb der modebranche, dann kritisiert er einen sachverhalt von außen.
in dem artikel den du hier besprichst, kann man wohl sagen, frau annette weber personifiziert den internen kritiker und der blogger den externen.
wenn nun einer der beiden kritik ausübt, dann ist er - bedingt durch seine jeweilige position zum sachverhalt - selber kritisierbar.der interne, weil ihm nicht gebügend abstand zum gegenstand der kritik vorgeworfen wird: er lebt ja selber von der mode. wie ist da ehrlich kritik möglich? wenn er sich wirklich kritisch mit mode auseinandersetzen würde, also sie ernsthaft in frage stellt, weil sie nich seinen vorstellungen entspricht. warum ist er dann noch IN diesem sachverhalt tätig?
der externe kritiker muss sich immer mit der kritik an seiner kritik konfrontiert sehen, die ihm ungenügende sachkenntnis vorwift. genau so ist das ja mit den jungen bloggern, die noch nicht genug erfahrung haben (du fragts, ob sie denn inzwischen nicht genug erfahrung hätten).
so von beiden positionen aus ist es also nicht möglich kritik am sachverhalt zu äußern, da die kritik selber kritisierbar bleibt. das erstmal allgemein. das lässt sich auf alle sachverhalte übertragen!
das dritte ist, dass kritik überprüfbar sein muss. aber der gedanke führt uns wieder zurück zum prolem des externen/internen kritikers.
also kann jede kritik nur ein halbherziger versuch sein.
desweiteren ist ein charakterisitikum der mode, dass sie in einer maßlosen form präsentiert wird. soll heißen, es werden dem betrachter / besucher der fashionweek unendlich viele auswahlmöglichkeiten vorgestellt. denen kann er sich garnicht vollständig kritisiert widmen. durch diese masse an möglichkeiten, wird eine tiefgründige reflektion nicht nötig, da alle rein affirmativ ihr gefallen ausdrücken können. genau! und dann fällt das was nicht ausgewählt wurde unter den tisch; wird also nicht kritisch beleuchtet. es bleibt bei einer deskriptiven aufarbeitung, die aber nicht einmal komplett ist.
also ich würde daher deine frage "geht das eigentlich?" mit nein beantworten. und durch nicht-kritisierbarkeit von mode, wirkt sie immer inhaltslos. denn sie präsentiert keine wiedersprüche mit dem erwartbaren, mit den vorstellungen. sie übertritt jede saison grenzen und langweilt uns mit immer stärker ausgereizten extremen. sie möchte konsum als kunst darstellen und macht sich meiner meinung damit immer uninteressanter. sie wird immer schneller und (ich weise auf die mode zu zeiten loius seize hin) lässt jeden nur hinterhertraben (siehe annette webers vogelscheuche). damit entzieht sie sich jedes anspruchs und ermöglicht keine kritisierbarkeit. jeder versuch mode zu kritisieren, behandelt inhaltslosigkeit und wird dabei grenzenlos inhaltsleer.
ich werde weiter darüber nachdenken. danke für deinen beitrag, schöne anregung!
aber spiegeleule, in deiner ganzen argumentation könnte man das wort "mode" gegen "kunst", "motorräder" oder "auberginen" austauschen.
so ein nachdenken über möglichkeit von kritik ist zwar sinnvoll, endet aber doch immer in der selben schlaufe..
...tja, schon gepostet!
>ist mode überhaupt ein kritikwürdiges thema?
Naturalmente. Und zwar nicht nur das Endprodukt und dessen Ästhetik/Symbolik, sondern natürlich auch die Rohstoffgewinnung (Baumwolle, Leder, Seide usw.), Veredelung (weben, gerben, färben), Verarbeitung (wo? von wem? unter welchen Arbeitsbedingungen?), Vermarktung, Konsum, Politisierung, Musealisierung usw. usw. Ich denke nicht, daß die Modeblogetten (meinst Du die deutschsprachigen oder international?) keine Kritik üben, weil sie keine Ahnung haben, eher weil viele davon träumen über das Modebloggen in die Modebranche zu kommen und da muss man anscheinend so sein, wie das Annette Weber beschreibt: “Immer gut gelaunt, immer mit High Heels, immer ein bisschen etwas Unerwartetes, nie mir nach dem Mund reden und fünftens: be positive.” Abschließend: würde ich mir wünschen, daß Modebloggerinnen sich trauen würden noch über andere Fragen als "ist das tragbar?", "womit soll ich das kombinieren?" und "neuer Trend: toll oder doof?" nachzudenken und zu schreiben.
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