Her Morning Elegance
Oren Lavie - Her Morning Elegance
via
Das Neue ist unausweichlich, unvermeidlich, unverzichtbar. Es gibt keinen Weg, der aus dem Neuen führt, denn ein solcher Weg wäre auch neu. Es gibt keine Möglichkeit die Regeln des Neuen zu brechen, denn ein solcher Bruch ist genau das, was die Regeln erfordern.
Labels: boris groys, lyrics
welche bedeutung hat die kunst für die gesellschaft?
SOWOHL ALS AUCH WAHRSCHEINLICH.
hat die kunst einen einfluss auf die gesellschaftliche evolution?
ALS AUCH VIELLEICHT SOWOHL.
in welcher weise wird sich nach deiner meinung die kunst weiter entwickeln?
VIELLEICHT OBWOHL.
kann kunst populär werden? oder ist sie sache einer elite?
VIELLEICHT SOGAR.
OBSCHON VIELLEICHT.
Labels: dieter roth, lyrics
die reste verlieren sich nicht nur auf kaffeetischen,
die dann ein unbeteiligter abräumt /
sie verlieren sich in uns und deine seelennischen
sind voll: du, der von vollendung träumt -
wo ist der trost - in brot und blick - in tat /
wem ist die seeligkeit - der liebt, genießt - der wagt /
und was: bist du, ist deine arbeit, das quadrat
in das du deinen tag erheben möchtest, daß er ragt. /
uns füllt die zeit, bis wir uns nicht mehr tragen /
uns füllt auch dies: für zukunft bleibt der rest /
der andere mund, ist dunkelrot vom nichtgesagten sagen
ist der's der nicht vergessen läßt?
//
Von Arthur Köpcke, heute gefunden im Zusammenhang mit Dieter Roth in einem Aufsatz von Beatrice von Bismarck. Das ist eben das, was ich sonst mache, wenn ich mich nicht mit Mode beschäftige. Falls das jemanden interessiert.
Labels: art, arthur köpcke, lyrics
Isabelle Graw, Kunsthistorikerin, Kritikerin, Autorin, Magazinmacherin und: Bloggette. Wahnsinn. Das ist völlig an mir vorbei gegangen. Zusammen mit anderen von Texte zur Kunst auch mal zur Mode.
Kann man auch als Teil vom vorigen Posting verstehen.
Labels: art, blogettes, fashion, isabelle graw, texte zur kunst

Ich mag Blogs sehr gern. Das sollte niemanden überraschen. Ich bin aber auch ganz oft enttäuscht von Blogs. Wenn sie klüngeln, wenn sie uninspiriert sind, wenn sie repetitiv sind, wenn sie keinen Inhalt haben und wenn sie sich in Nichtigkeiten ergehen. Ich mag es deshalb noch lieber neue Blogs zu finden, die ich bisher nicht kannte, die mich umhauen, wieder an Blogs glauben lassen usw. Aber man sollte dabei die "alten" nicht vergessen. Und auch wenn alle über den Tellerrand schauen, schaue ich, ohne sentimental zu werden, auf deutschsprachige Blogs, die alle schon hinreichend bekannt sind und denen ich dennoch hier meine Liebe erkläre:
Blica.
F&Art
Flannel Apparel
LaLila
You can find inspiration in everything
What's Wrong With The Zoo
Das sind natürlich nicht die einzigen, die ich mag. Aber es sind die, die ich immer und zur Gänze super finde.


Merkwürdigerweise gehe ich derzeit nicht sonderlich oft ins Kino und das liegt allein an den Eintrittspreisen, für deren Verdopplung ich eben auch eine mittelgute Theaterkarten bekommen würde. Gestern war aber Kinotag und es lief Stellet Licht (Stilles Licht) von Carlos Reygadas und das hat sich durchaus gelohnt. Zum einen weil es ein totaler Kamerafilm ist - in fast perfekt schönen Einstellungen entfalten sich Landschafts- und Personenkonstellationen links und rechts der Mittelachse. Und zum anderen weil es ein so stiller Film ist, es gibt kaum Dialoge, keine Musik, nur die Eigengeräusche der Dinge: tickende Uhren, schluchzende Männer, schmatzende Kühe, wehende Blätter und brummende Motoren. Alles konzentriert sich auf das, was gesagt wird und was nicht gesagt werden kann und vielleicht auch nicht gesagt werden muss. Denn was soll/kann/muss man in dieser Situation sagen, wenn der Mann sich in eine andere verliebt, sich nicht entscheiden kann und als einzige Aufrichtigkeit die Ehrlichkeit pflegt. Ort ist die Welt der plattdeutschen Mennoniten in Mexiko, was das ganze nicht einfacher macht.
Stellet Licht, der sich manchmal in allzuviel Ästhetik verliert, ist ein großartiger Film, der sich auf seine Bilder und Szenen konzentriert und diese bis zum Ende ausspielt, die Nerven damit strapaziert und einiges verlangt.
Bilder: Stills aus Stellet Licht.
Labels: movies, stellet licht

Zeichnung aus Alice Knackfuss' Lookbook zur Kollektion "Heimwärts", mit der sie am kommenden Wochenende am Festival International de Mode et de Photographie teilnimmt. Ich habe sie gefragt, wie das so ist, in Hyères.
Illustration: Alice Knackfuss

Am nächsten Wochenende ist es endlich wieder so weit: In der Villa Noailles im südfranzösischen Hyères findet das 24. Festival International de Mode et de Photographie statt, bei dem zehn junge Designer ihre Arbeit einer Jury vorstellen können. Es ist das wichtigste unter den europäischen Nachwuchsfestivals, in den letzten Jahren gewannen zum Beispiel Viktor&Rolf, Cneeon oder Sandra Backlund den begehrten Preis. Die Bedeutung ergibt sich aus der Besetzung der Jury - unter anderem wählen der Designer Kris van Assche, der Magazinmacher Jefferson Hack (Dazed&Confused, Another Magazine) und die Fotografin Nan Goldin aus den zahlreichen Einsendungen aus. Im letzten Jahr gab es eine deutsche Beteiligung: Miriam Lehle aus der Nähe von Stuttgart stellte ihre Arbeit vor, die sie später auch noch einmal bei der Beck's Fashion Experience zeigte.
In diesem Jahr nimmt Alice Knackfuss aus München mit ihrer Abschlußkollektion "Heimwärts" teil. Nach einer Schneiderlehre, studierte sie an der AMD München und schloß im letzten Dezember ab. Ich sprach mit ihr über ihre Kollektion, ihre Inspiration und wie es ihr gerade in Hyères geht:
MySpace Laufsteg (ML): Warum machst du Männermode?
Alice Knackfuss (AK): Ich habe in meiner Ausbildung sowohl Damen- als auch Herrenmode gelernt. Ich fand Herrenmode im Detail aber schon immer spannender, da sie viel subtiler ist. Mich interessiert vor allem die klassische Herrenmode vom Ende des 19. Jahrhunderts, besonders auch militärischen Uniformen. Diese ganzen Regeln, der die dabei Herrenmode unterliegt, angefangen von "No brown shoes after five o'clock" bis hin zu Kragenformen und Knopfreihen, sind so zahlreich und restriktiv. In der Damenmode passiert durch die größere Freiheit im Entwurf so viel Offensichtliches und manchmal auch Aufgesetztes, Herrenmode ist da weitaus geheimnisvoller. Ich mag es, mit diesen Regeln zu spielen, sie zu brechen und aufzuheben. Das ist auch der Ausgangspunkt und die Hauptquelle für meine aktuelle Kollektion.
ML: Warum hast du dich in Hyères beworben?
AK: Ich habe schon viel von dem Festival gehört und wollte gern dabei sein. Es ist eine Ehre, aber ich bin realistisch genug um mir nicht zu viel davon zu versprechen. Ich gebe mein Bestes, genieße was ich tue und hoffe, dass ich eines Tages machen kann, was meine Leidenschaft ist.
ML: Erzähl bitte etwas über deine Kollektion "Heimwärts".
AK: "Heimwärts" geht von einer ganz persönlichen Erinnerung an die Tage im Ferienhaus meiner Eltern aus. Noch bevor ich in die Schule kam, also mit drei oder vier Jahren, verbrachte ich dort sehr viel Zeit. Ich kann mich daran erinnern, dass ich mich dort völlig frei fühlte. Eine Freiheit, die es danach nicht mehr gab, weil man dann Teil der Gesellschaft wird. Die Kollektion thematisiert die Suche nach diesem Gefühl. Am Anfang stand ein Gedicht über diese Zeit, dann folgten die Entwürfe, die Zeichnungen, die Fotos, die übrigens genau an diesem Ort gemacht wurden, und der Film. Ich sehe meine Arbeit da konzeptuell, es geht nicht nur um die Kleider, sondern um das gesamte Werk dazu. Ich habe dafür mit anderen Künstlern, zum Beispiel dem Fotografen Tobias Knipf und dem Musiker Antoine Viviani zusammen gearbeitet.
Entstanden ist eine Kollektion aus auf den ersten Blick klassischer Herrenmode, die aber von "störenden" Details durchsetzt ist. Das ist wieder das Spiel mit den Regeln. Wenn ich zum Beispiel eine einreihige Weste unter ein doppelreihiges Jackett ziehe, dann widerspricht das diesen Regeln, aber eben nicht offensichtlich. Heute denkt man dann nicht gleich: oh, das ist ja falsch, sondern es entsteht so eine subtile Störung des Gesamteindrucks.
ML: Auf den ersten Blick könnte man auch wegen der Inszenierung der Lookbook Fotos meinen, es ginge dir um eine Männercliquen, die zusammen gegen die Gesellschaft angehen, wie aus Schillers Stück "Die Räuber" oder im Film Clockwork Orange?
AK: Es geht mir nicht um ein Gruppending, die Männer suchen alle vereinzelt nach diesem verlorenen Gefühl. Sie tragen zwar alle eine Armbinde, aber die eint sie nur oberflächlich, denn in jeder ist ein anderer Auszug aus einem Gedicht von Rilke, der mich sehr beeinflußt hat, abgedruckt. Ich habe mir bei der Recherche und Konzeption auch die Frage gestellt, ob Individualität überhaupt möglich ist und welche Rolle das heute spielt. Denn auch wenn die klassisch Herrenmode heute fast verschwunden ist, geht es doch ständig um Uniformierung, Gleichmachung. Auf diese Frage habe ich natürlich keine Antwort. In der Kollektion geht es ja gerade um eine Suche, wobei nicht ganz klar ist, nach was. Das letzte Bild im Lookbook zeigt dann auch wie die Männer in die Nacht verschwinden.
ML: Dich interessieren als Gegensätze, subtile Brüche - setzt sich das auch im Material um?
AK: Natürlich, Material spielt eine große Rolle. Ich arbeite sehr gern mit klassischen Herrenstoffen, ungern mit künstlichem Material. Die Struktur ist mir sehr wichtig, wie es sich anfühlt und ob es auf einen Gegensatz verweist. Ich habe zum Beispiel mit Wachs bearbeitete, sehr schwere Stoffe zu leichten Stoffen kombiniert. Es gibt auch kaum Farbe in der Kollektion, nur Weiß, Schwarz, Rot und dunkles Blau.
ML: Deine Präsentation ist vielteilig, dein Lookbook beginnt mit einem langen Gedicht, dann folgen zahlreiche Zeichnungen und Textfragmente, erst auf Seite 60 sieht man die ersten Bilder. Wie wirst du das in der Präsentation in Hyères umsetzen?
AK: Ich mag keine großen Inszenierungen, deswegen werde ich auf dem Laufsteg nur die Kleider und die Musik präsentieren. Die Texte und Zeichnungen integriere ich dann in meinen Showroom.
ML: Wie ist es denn gerade in Hyéres?
AK: Ich bin letzten Mittwoch angekommen und die Designer sind auch alle schon da, auch ein Teil der Jury. Die Atmosphäre ist wunderbar entspannt und freundlich. Wir verbringen viel Zeit hier im Garten, tauschen uns aus und einige arbeiten noch an ihren Stücken. Ich bin zwar schon fertig, aber bald folgen die Anprobe und die Änderungen, die Choreographie der Show und einiger organisatorischer Kram. Im Moment versuche ich mich zu entspannen und die Sonne zu genießen.
Vielen Dank für das Gespräch Alice und viel Erfolg am nächsten Wochenende!
Der Film zu ihrer Kollektion mit Musik von Antoine Viviani:
Heimwärts from Tobias Knipf on Vimeo.
Alle Bilder: Tobias Knipf für Alice Knackfuss..
Ich konnte schon früher nie die Aphex Twin Videos schauen - deswegen geht das hier im Grunde gar nicht. Was es nicht weniger faszinierend macht... (Ich habe es nicht ganz angeschaut)
Labels: chris cunningham, rubber johnny, video
Das hat mich heute morgen ja fast aus dem Bett gehauen. Chris Cunninghams neuer Spot für das Gucci Parfum "Flora".
via
Labels: advertising, chris cunningham, Gucci, perfume

Am kommenden Dienstag, den 21.04, veröffentlichen alle, die darauf Lust haben, einen Beitrag mit dem Titel “Ein ♥ für Blogs” in dem sie ihre lesenswerten deutschsprachige Blogs vorstellen - das darf dann auch mal über den eigenen Blogtellerrand hinausgehen.
Erdacht vom: stylespion

Was sagt man dazu? Katharina Grosses Shadowbox in der temporären Kunsthalle auf der Schlossinsel... Nett. Und: schöne Schuhe.
Labels: art, Berlin, katharina grosse, temporäre kunsthalle

Derzeit werden in den Räumen der Berliner Guggenheim Foundation Werke des Photorealismus der siebziger Jahre, einer äußerst populären Kunstrichtung ("da diese Künstler wenigstens noch was können"), gezeigt. Und wie so oft bei den großformatigen Gemälden der Stars Richard Estes und Chuck Close (welch passender Name), begeben sich die Leute auf die Suche nach dem Strich, dem Pinselstrich (fachsprachlich Duktus). Sie kriechen in die Bilder, weil sie so fasziniert sind von der glatten Oberfläche, nähern sich dem Bild gefährlich, weil das doch eben gar nicht sein kann, dass man da keinen Strich sieht. Ist meist aber so. Und auch ich kann mich dieser kurzweiligen Faszination nicht erwehren, vor allem wenn jemand wie Ben Schonzeit die fotografische Unschärfe auch noch mit malt. Leider machte mir eine übereifrige Wachperson einen Strich durch meine fotografische Rechnung indem sie mich darauf hinwies, ich dürfte die Leute vor den Bildern nicht einfach so fotografieren. Ich sagte drauf: Aha. Und ging in den nächsten Raum. 
Fotos von mir, oben: Chuck Close & guests, unten: Ben Schonzeit: Cauliflower 1975 - weitere Bilder der Ausstellung die noch bis zum 10. Mai zu sehen ist, gibt es auf Flickr.
Labels: art, ben schonzeit, Berlin, chuck close, exhibitionbition, guggenheim, painting, richard estes

Jetzt habe ich gerade einen relativ, für meine Verhältnisse, langen Text gelöscht, in dem ich versucht habe zu erklären, weshalb auf diesen Bildern so ein unnatürlicher Farbverlauf drauf ist. Aber ich klärte weniger als mir lieb war, verrannte mich auch noch und deshalb bleibt dieser Versuch, mein Vorgehen zu erklären, gelöscht und der Versuch, aus den Bildern mehr rauszuholen als da ist, unkommentiert.
Labels: ostsee, photography, rügen

Es fällt mir recht schwer, hier über den Theaterbesuch, einer meiner liebsten Beschäftigungen, zu schreiben, weil ich selten etwas dazu formulieren und dort so selten Fotos machen kann, bzw. es sich so selten lohnt nach der Aufführung Bilder zu machen. Nach der Premiere des sehr sehenswerten Stücks "Der Fall Esra" unter Regie von Angela Richter auf Kampnagel in Hamburg konnte ich jedoch nicht umhin die Kamera rauszuholen und das Bühnenbild abzulichten. Das kam mir doch irgendwie bekannt vor - hätte ich in der Broschüre nicht nur nach den bekannten Namen geschielt, hätte ich auch schon vorher gelesen, dass Katrin Brack dafür verantwortlich war und deren Bühnenbild war in der Aufführung von Anatol im letzten November an der Berliner Schaubühne das einzig sehenswerte. (Das Goethe Institut zeigt hier noch mehr Bühnenbilder.)
Für den Versuch den Streit um Maxim Billers (langweiligen) Roman "Esra" zu visualisieren verwandelte sie die Bühne in ein Meer aus Glühbirnenlichterketten die mal schwach und mal stark leuchteten. Denn "there's no business like showbusiness".
Und da hört's auch schon wieder auf mit dem drüber schreiben können.
Der Fall Esra
MI 08.04. / DO 09.04. / FR 10.04. / SA 11.04
Labels: angela richter, hamburg, kampnagel, katrin brack, stage design, theater

Ich dachte die Verleihung der Lead Awards 2009 wäre mal ne Gelegenheit für was schickes. Leider sah das der Großteil der Gäste anders und wählte krisenfest und arbeitsorientiert Jeans mit T-Shirt. Ich hatte mit Darryl jedoch einen ebenso schick gekleideten Begleiter und so trippelte ich völlig angemessen im bodenlangen Reality Studio Monstera Dress durch die Hamburger Deichtorhallen.
Labels: fashion, reality studio, style

Neben dem jährlichen Apartmentsale lohnt sich heute auch eine Reise in den Prenzlauer Berg, wo Lunette das Lager räumt.
Labels: Berlin, glasses, lunettes brillenagentur, sale
All pictures, except stated otherwise, are made by me and are licensed under a Creative Commons-License