Saturday, May 30, 2009
kunst und mode



Labels: jan vermeer, lf markey, lookbook
Monday, May 25, 2009
Nan Goldins Macht ist endlos

Nan Goldin - Pawel's back, 1996
Flickr, März 2008
Das ist natürlich Quatsch, das jetzt auf Nan Goldin zu reduzieren. Jeder würde da widersprechen und sagen ja aber, da gab's doch noch ... und außerdem ... und so könne man das ja eh nicht vergleichen! Na, aber für ne Überschrift eignet sich diese Reduzierung sehr gut und ich sag mal, das steht hier eben pars pro toto für die allgegenwärte nangoldinsche Fotografie, die sich der Bildsprache, Lichtsetzung, Farbgebung und Inszenierung der 90er bedient.
via
Labels: back, flickr, nan goldin, photography
Tuesday, May 19, 2009
Das Internet ist ein Arschloch.

Gestern traf ich auf einen Wein eine Freundin und zwei ihrer Bekannten. Die Unterhaltung drehte sich um jugendlichen Googlewahn und da ich in Ermangelung eines Stiftes und / oder Papiers vorschlug, mich zu googeln, wenn man denn wissen wöllte, was ich so mache, tat ich das natürlich auch sofort zur Kontrolle, als ich nach Hause kam.
Da findet man nach diversen mehr oder weniger gehaltvollen Artikeln über Stil in Berlin, den Blog an sich an sechster Stelle, Facebook quetscht sich auch gerade noch so auf Seite eins. Im Prinzip also irgendwie und ja schon okay. Auf Seite drei (also eigentlich unbemerkt von Menschen ohne Stalkeranteil im Charakter) findet man dann aber das da oben. Ich stehe in einem Deutsch-Englisch Wörterbuch unter dem Begriff "langweilig". Aufgrund eines Artikels auf der Seite des Goethe Instituts, das wohl als autoritative Quelle für Anwendungsbeispiele gesehen wird. Das Internet ist offensichtlich ein Arschloch.
(Ich habe natürlich an die Kontaktemail einen dezenten Wunsch nach Entfernung geschickt. Mal sehen, was passiert.)
Sunday, May 17, 2009
Wofür ist Theater überhaupt da, warum gehen wir da hin? Was habe ich überhaupt mit dieser Gesellschaft zu tun?
Wenn ich nicht mehr akzeptiere, dass ich durch HAMLET repräsentiert bin, muss ich über Stadt oder über Hotels reden. Es wird einfach nichts über mich erzählt, wenn ich mir HAMLET ansehe. Für Heiner Müller war das noch anders, aber über mein Leben erzählt das nichts mehr. Wie kann man darstellen, was uns ausmacht? Jedenfalls nicht mehr durch Figuren, die interagieren und die in einem Plot verwickelt sind. Ich denke, dass auch die Zuschauer andere Darstellungsformen suchen, wenn sie zu uns gehen.
Pollesch in Stuttgart: WENN DIE SCHAUSPIELER MAL EINEN FREIEN ABEND HABEN WOLLEN, ÜBERNIMMT HEDLEY LAMARR
Labels: rené pollesch, stuttgart, theater
Of course I like, to play with you
Drei Finninen, die früher gern dünn und französisch gewesen wären, nennen sich Le Corps Mince de Francoise und hängen sich an die Emanzen-Electro-Energie-Welle. Und das ist nicht negativ gemeint.
Labels: le corps mince de francois, music, video
Wednesday, May 13, 2009
TILDA SUPERSTAR


Tuesday, May 12, 2009
Die Sache mit dem Witz

Es ist ja nun so eine Sache mit dem Humor. Man kann Kafkas "Der Prozess" natürlich humorig finden. Und man kann ihn auch so inszenieren. Geschehen in der Inszenierung von Andreas Kriegenburg für die Münchner Kammerspiele, gesehen letzten Freitag im Rahmen des Theatertreffens. Aber wenn man eine Schwarz/Weiß Komödie mit acht Charlie Chaplins draus macht, muss dann auch damit gerechnet werden, dass man den Teil des Publikums nicht erreicht, der durch Schenkelklopfer eher ab- als angeregt wird.
Die Aufführung darauf zu reduzieren wäre natürlich falsch und zu kurz gegriffen. Das Bühnenbild und die Kostüme sind mit großem Aufwand effektvoll surreal und die Schauspieler haben genügend Kondition für die kaum gekürzte Dialoglawine und die akrobatischen Kletterübungen an der schräg gestellten Zimmerwand.
Aber, alles in allem war da zu wenig Mut zum Bruch. Da ging alles ein wenig zu glatt (münchnerisch?) über die Bühne, da fehlte mir die bedrückende Dringlichkeit der kafkaesken Szenen und Texte, da mangelte es an Erschöpfung, Fehlern und Verzweiflung. Die fabulöse Verwirrung der Aufklärungsszene mit dem Maler Titorelli (ja, der Name ist lustig) verschwindet hinter der Honorierung der schauspielerischen Ausdauer, die absurde Kopf-in-den-Sand Motivation der Umwerbung von Fräulein Bürstner (ja, noch ein lustiger Name), Leni und all der anderen verliert sich in clownesken Kussübungen und die erdrückende Hoffnungslosigkeit der Hinrichtungsszene wird von einer platten Kreuzigungschoreografie zugepappt.
Die wirkungsmächtigen und sauber inszenierten Bilder beherrschen diese Version von Kafkas "Der Prozess", vor lauter Bildern kommt man jedoch kaum zum Stück. Ja, ich verließ das Theater unzufrieden.
Foto: nach der Aufführung verbeugen sich die acht Josef K.s mit dem Regisseur
Sunday, May 10, 2009
es regnet sonne

Das war ein Test - die Bilder haben dann doch nicht dem entsprochen haben, was ich mir vorgestellt habe. Deshalb landen sie jetzt hier und nicht da, wo sie landen sollten. Da landet bald ein anderes.
Labels: photography
Thursday, May 7, 2009
inspiration


Der Fall des Faltenwurfes ist seit Aby Warburgs Ninfa und ihrem "bewegtem Beiwerk" in der Kunstgeschichte oft beschrieben worden. Gucci bedient sich dieses zentralen kunsthistorischen Motivs erneut (wie hier, aber nicht so schön) - die schöne Gleichgültigkeit der antiken Göttin Flora, deren Affekt nur mehr im Gewand und ihm Haar zu sehen ist.
Da freut sich mein Kunsthistoriker-Herz.
Sunday, May 3, 2009
Anette Kelm in den KW



kw-berlin.de
03. Mai – 19. Juli 2009
Labels: annette kelm, art, Berlin, kunstwerke, opening, photography
Saturday, May 2, 2009
abendmahl


Nach der Kirche der Angst im Burger King Cheeseburger für 1.99 inklusive Wasser und Pommes gegessen und gedacht, dass die Kleine Pause nicht schlechter war.
Labels: photography
noli me tangere

Um zu halten was ich verspreche, breche ich mir grad die Finger. Gestern also in der Kirche der Angst, ein Fluxus Oratorium, gewesen. Und mehr als WAS wird es nicht. Denn WAS soll man dazu auch sagen, wenn da ein Mensch seine Krankheit, sein (noch)Leben und seinen (bevorstehenden) Tod inszeniert. Christoph Schlingensiefs Inszenierung hinterlässt ein WAS. Was dazu sagen, was denken, was versuchen, WAS TUN?
Aber es ist ein großartiges WAS. Ein medial völlig überforderndes WAS, bei dem er durch die (Kunst)Geschichte springt: Nam Jun Paik und Charlotte Moorman anruft, Valie Export neuinszeniert, die religiöse Bildgeschichte durchdekliniert, sich selbst sprechen lässt, Wagner einen vergammelnden Hund unterstreicht, Mahler trällert, er seine katholische Beerdigung feiert, obwohl, das dann doch wieder/noch nicht - play, pause, rewind, play, forward. Das Stück stoppt, alles läuft rückwärts, Schauspieler runter von der Bühne, Vorhang zu, dann wieder auf: nochmal versuchen, nochmal anders. Wenn das nicht gelingt, wird an anderer Stelle wieder eingesetzt. Die Schauspielerinnen lesen Schlingensiefs Texte, immer wieder von seiner Angst, seinen Vorwürfen gegen sich selbst und andere und die Diagnose des Arztes (nachzulesen in: So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein!), man sieht seine Kinderfilme, wie er mit dem Opa am Strand spielt, dann ein behinderter Christus, Jonathan Meese ist zwischendrin auch noch dabei, Joseph Beuys - eh klar.
Keine Narration, keine Logik, kein Mitkommen, nur schwerwiegender, bedrückender Eindruck - ca. 50 Akteure, 6 Videoleinwände, 10 verschiedene Bühnenbilder, ein Schlagzeuger, ein Gospelchor, Priester, neun Filmprojektoren und zwei Opernsängerinnen. Mehr geht nicht. Schlingensief brüllt gegen die Uninszenierbarkeit des eigenen Todes an.
Es ist ja auch erstmal überraschend, wenn da kein Unterschied zwischen Christoph Schlingensief, dem privaten Kranken, und Christoph Schlingensief, dem öffentlichen Regisseur, gemacht wird. Und auch beklemmend offen, dass er seit Beginn seiner Krankheit alles aufnimmt oder mitfilmt. Ein Video zeigt ihn im Bett, wie er weinend wiederholt "Nicht berühren, niemand soll mich berühren". Ich frage mich, wieso er nicht "anfassen" sagt, was ja viel naheliegender und gebräuchlicher ist. Und dann diese direkte Verbindung zu Jesus' "Noli me tangere", die so offensichtlich ist - wann und wo hört die Inszenierung auf?
Das weiß auch das gestrige Theatertreffen Premierenpublikum nicht sofort, der Vorhang ist zu, das Licht an, aber der Applaus kommt spät und skeptisch. Nur zwei, drei "Bravo" Rufe gehen durch den Kirchensaal.
Und, für alle die jetzt doch / auch noch wollen - die Kirche der Angst steht Anfang Juni in Amsterdam. Mehr Infos hier. Schlingensiefs Readymade Oper Mea Culpa wird im Juni wieder am Wiener Burgtheater gezeigt.
Und natürlich für alle die nicht auf harten Kirchenbänken sitzen wollen - heute um 20:15 zeigt das 3sat eine filmische Annäherung an die Inszenierung.
Friday, May 1, 2009
moderne Politik als klassisches Königsdrama


Gestern den göttlichen Il Divo von Paolo Sorrentino geschaut. Sich in einen Politfilm, der sich durch einen Teil des Lebens Giulio Andreottis, des italienischen Ministerpräsidenten bis zum Beginn der Mafiaprozesse, schlängelt, in Originalversion wagen, weil am Beginn meines Studiums ja auch mal 1,5 Jahre Italienischunterricht stattfanden, war sehr ambitioniert. Man könnte meinen, ich wäre kaum mitgekommen. Das war auch so. Aber das war auch gar nicht schlimm. Der Film ist allein wegen der wunderbar choreografierten Kamerabewegung, der überraschend modernen Musik und den grandiosen Schauspielern sehenswert. Ich bin begeistert und empfehle mit Nachdruck (die Originalversion).
Heute abend werde ich mir Schlingensiefs "Kirche der Angst vor dem Fremden in mir" anschauen und vielleicht morgen, wie Tessa sich das wünscht, auch was dazu bloggen. Wenn mir mehr als WAS dazu einfällt.
Bilder: Stills aus Il Divo
Labels: il divo, movies, paolo sorrentino
5GUM Vision Lab

Wrigley launcht einen neuen Kaugummi und macht deshalb ein riesiges, aber schönes Fass auf. Am 25. und 26. Juni finden in Berlin Vorträge von Eley Kishimoto, Ewan Pearson, Sissel Tolaas, Scott Schumann und weiteren statt. Außerdem gibt es einen Projektwettbewerb. Alle Infos dazu gibt es hier.






