Saturday, May 30, 2009

Heathcliff, it's me, Cathy

INSTANT

INSTANT

INSTANT

INSTANT

INSTANT

Was für ein Zeug sich so in meinem Schrank befindet, Wahnsinn.

kunst und mode


Die Kunst und die Mode, die Mode und die Kunst. Während die eine gern will, aber häufig nicht kann, sträubt sich die andere lieber. In dem Fall des Herbst Lookbooks von LF Markey ist die Verschränkung aber gelungen, weil nicht die Mode Kunst sein will, sondern sich nur deren Inszenierungen bedient. Die Designerin Louise Markey arbeitete früher für Burberry und ist seit ihrem Alleingang bekannt für plakative Blockfarben, deren Kombination nun wirklich eine Kunst ist. Nicht jeder kann senfgelben und violetten Samt verbinden, ohne das es lächerlich aussieht. Auch korallene und türkise Seide funktionieren bei ihr klassisch und nicht quietschig, was sicher auch an den sehr reduzierten und weiten Schnitten liegt. Nun aber wieder zum Lookbook, das sich für die Beleuchtung und die dunklen Hintergründe bei Jan Vermeer bedient hat. Auch die Porträtkunst des 16. Jahrhunderts, in der sich Herrscher und andere bedeutende Menschen abbilden ließen, stand Pate - die Birne und die Äpfel kommen dagegen aus der religiösen Kunst, in der die Birne für Reinheit und der Apfel für die Erlösung steht, der Hund symbolisiert Treue und die Spiegelkugel verweist auf die Eitelkeit. Ob Louise Markey sich aber so genau mit den einzelnen Bedeutungen auseinander gesetzt hat? Nun, die Bilder sind schön und auffällig und das reicht der Mode, meist.



Alle Bilder: LF Markey

Monday, May 25, 2009

Nan Goldins Macht ist endlos


Nan Goldin - Pawel's back, 1996


Flickr, März 2008


Das ist natürlich Quatsch, das jetzt auf Nan Goldin zu reduzieren. Jeder würde da widersprechen und sagen ja aber, da gab's doch noch ... und außerdem ... und so könne man das ja eh nicht vergleichen! Na, aber für ne Überschrift eignet sich diese Reduzierung sehr gut und ich sag mal, das steht hier eben pars pro toto für die allgegenwärte nangoldinsche Fotografie, die sich der Bildsprache, Lichtsetzung, Farbgebung und Inszenierung der 90er bedient.

via

Tuesday, May 19, 2009

Das Internet ist ein Arschloch.



Gestern traf ich auf einen Wein eine Freundin und zwei ihrer Bekannten. Die Unterhaltung drehte sich um jugendlichen Googlewahn und da ich in Ermangelung eines Stiftes und / oder Papiers vorschlug, mich zu googeln, wenn man denn wissen wöllte, was ich so mache, tat ich das natürlich auch sofort zur Kontrolle, als ich nach Hause kam.
Da findet man nach diversen mehr oder weniger gehaltvollen Artikeln über Stil in Berlin, den Blog an sich an sechster Stelle, Facebook quetscht sich auch gerade noch so auf Seite eins. Im Prinzip also irgendwie und ja schon okay. Auf Seite drei (also eigentlich unbemerkt von Menschen ohne Stalkeranteil im Charakter) findet man dann aber das da oben. Ich stehe in einem Deutsch-Englisch Wörterbuch unter dem Begriff "langweilig". Aufgrund eines Artikels auf der Seite des Goethe Instituts, das wohl als autoritative Quelle für Anwendungsbeispiele gesehen wird. Das Internet ist offensichtlich ein Arschloch.

(Ich habe natürlich an die Kontaktemail einen dezenten Wunsch nach Entfernung geschickt. Mal sehen, was passiert.)

Sunday, May 17, 2009

Wofür ist Theater überhaupt da, warum gehen wir da hin? Was habe ich überhaupt mit dieser Gesellschaft zu tun?

Wenn ich nicht mehr akzeptiere, dass ich durch HAMLET repräsentiert bin, muss ich über Stadt oder über Hotels reden. Es wird einfach nichts über mich erzählt, wenn ich mir HAMLET ansehe. Für Heiner Müller war das noch anders, aber über mein Leben erzählt das nichts mehr. Wie kann man darstellen, was uns ausmacht? Jedenfalls nicht mehr durch Figuren, die interagieren und die in einem Plot verwickelt sind. Ich denke, dass auch die Zuschauer andere Darstellungsformen suchen, wenn sie zu uns gehen.


Pollesch in Stuttgart: WENN DIE SCHAUSPIELER MAL EINEN FREIEN ABEND HABEN WOLLEN, ÜBERNIMMT HEDLEY LAMARR

Of course I like, to play with you



Drei Finninen, die früher gern dünn und französisch gewesen wären, nennen sich Le Corps Mince de Francoise und hängen sich an die Emanzen-Electro-Energie-Welle. Und das ist nicht negativ gemeint.

Wednesday, May 13, 2009

TILDA SUPERSTAR


Das Jahr ist noch nicht mal zur Hälfte rum, aber wenn's nach mir geht ist das Rennen um die beste Fotostrecke bereits gelaufen. Der Stylist Panos Yiapanis und der Fotograf Craig McDean haben für die Sommerausgabe des AnOther Magazines Tilda Swinton in acht Skulpturen zeitgenössischen Modedesigns verwandelt. Jede andere würde mit marmorfarbenen Haaren und blassem Gesicht vor einer weißen Wand verschwinden, aber nicht Tilda, die mit eindringlichen Augen stets aufmerksam aus dem Bild blickt. Ihre teils grotesken Posen und die verzerrten Proportionen mit den überlangen Beinen nerven nicht - sie unterwerfen sich dem Outfit, jedoch weniger präsent ist die große Dame deshalb nicht.
Neben dieser großartigen Modelleistung zeigt die Strecke die spannendsten jungen Modedesigner unserer Zeit, die schon mit jeweils nur einem Outfit ihre Relevanz beweisen können. Man braucht keine ganze Kollektion von Sandra Backlund oder Mary Katrantzou sehen, um zu verstehen, warum sie so wichtig und zukunftsweisend sind.
Gut, das Jahr ist noch lang, aber die kreative Latte liegt nach dieser Strecke meterweit oben, diese zu übertreffen dürfte schwierig werden...
Tilda Swinton trägt, von oben links nach unten rechts: komplett Peter Pilotto; Sandra Backlund; eine Kombination aus Nasir Mazhar, Louise Goldin, Mark Fast und Peachoo+Krejberg; komplett Peachoo+Krejberg; komplett Mary Katrantzou; Mark Fast; Louise Goldin; Craig Lawrence.


Tuesday, May 12, 2009

Die Sache mit dem Witz

kafka: der prozess, regie andreas kriegenburg

Es ist ja nun so eine Sache mit dem Humor. Man kann Kafkas "Der Prozess" natürlich humorig finden. Und man kann ihn auch so inszenieren. Geschehen in der Inszenierung von Andreas Kriegenburg für die Münchner Kammerspiele, gesehen letzten Freitag im Rahmen des Theatertreffens. Aber wenn man eine Schwarz/Weiß Komödie mit acht Charlie Chaplins draus macht, muss dann auch damit gerechnet werden, dass man den Teil des Publikums nicht erreicht, der durch Schenkelklopfer eher ab- als angeregt wird.
Die Aufführung darauf zu reduzieren wäre natürlich falsch und zu kurz gegriffen. Das Bühnenbild und die Kostüme sind mit großem Aufwand effektvoll surreal und die Schauspieler haben genügend Kondition für die kaum gekürzte Dialoglawine und die akrobatischen Kletterübungen an der schräg gestellten Zimmerwand.
Aber, alles in allem war da zu wenig Mut zum Bruch. Da ging alles ein wenig zu glatt (münchnerisch?) über die Bühne, da fehlte mir die bedrückende Dringlichkeit der kafkaesken Szenen und Texte, da mangelte es an Erschöpfung, Fehlern und Verzweiflung. Die fabulöse Verwirrung der Aufklärungsszene mit dem Maler Titorelli (ja, der Name ist lustig) verschwindet hinter der Honorierung der schauspielerischen Ausdauer, die absurde Kopf-in-den-Sand Motivation der Umwerbung von Fräulein Bürstner (ja, noch ein lustiger Name), Leni und all der anderen verliert sich in clownesken Kussübungen und die erdrückende Hoffnungslosigkeit der Hinrichtungsszene wird von einer platten Kreuzigungschoreografie zugepappt.
Die wirkungsmächtigen und sauber inszenierten Bilder beherrschen diese Version von Kafkas "Der Prozess", vor lauter Bildern kommt man jedoch kaum zum Stück. Ja, ich verließ das Theater unzufrieden.

Foto: nach der Aufführung verbeugen sich die acht Josef K.s mit dem Regisseur

Sunday, May 10, 2009

es regnet sonne

es regnet sonne

Das war ein Test - die Bilder haben dann doch nicht dem entsprochen haben, was ich mir vorgestellt habe. Deshalb landen sie jetzt hier und nicht da, wo sie landen sollten. Da landet bald ein anderes.

Thursday, May 7, 2009

inspiration





Der Fall des Faltenwurfes ist seit Aby Warburgs Ninfa und ihrem "bewegtem Beiwerk" in der Kunstgeschichte oft beschrieben worden. Gucci bedient sich dieses zentralen kunsthistorischen Motivs erneut (wie hier, aber nicht so schön) - die schöne Gleichgültigkeit der antiken Göttin Flora, deren Affekt nur mehr im Gewand und ihm Haar zu sehen ist.
Da freut sich mein Kunsthistoriker-Herz.

Sunday, May 3, 2009

Saturday, May 2, 2009

abendmahl

bk

bk

Nach der Kirche der Angst im Burger King Cheeseburger für 1.99 inklusive Wasser und Pommes gegessen und gedacht, dass die Kleine Pause nicht schlechter war.

noli me tangere

Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in Mir

Um zu halten was ich verspreche, breche ich mir grad die Finger. Gestern also in der Kirche der Angst, ein Fluxus Oratorium, gewesen. Und mehr als WAS wird es nicht. Denn WAS soll man dazu auch sagen, wenn da ein Mensch seine Krankheit, sein (noch)Leben und seinen (bevorstehenden) Tod inszeniert. Christoph Schlingensiefs Inszenierung hinterlässt ein WAS. Was dazu sagen, was denken, was versuchen, WAS TUN?
Aber es ist ein großartiges WAS. Ein medial völlig überforderndes WAS, bei dem er durch die (Kunst)Geschichte springt: Nam Jun Paik und Charlotte Moorman anruft, Valie Export neuinszeniert, die religiöse Bildgeschichte durchdekliniert, sich selbst sprechen lässt, Wagner einen vergammelnden Hund unterstreicht, Mahler trällert, er seine katholische Beerdigung feiert, obwohl, das dann doch wieder/noch nicht - play, pause, rewind, play, forward. Das Stück stoppt, alles läuft rückwärts, Schauspieler runter von der Bühne, Vorhang zu, dann wieder auf: nochmal versuchen, nochmal anders. Wenn das nicht gelingt, wird an anderer Stelle wieder eingesetzt. Die Schauspielerinnen lesen Schlingensiefs Texte, immer wieder von seiner Angst, seinen Vorwürfen gegen sich selbst und andere und die Diagnose des Arztes (nachzulesen in: So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein!), man sieht seine Kinderfilme, wie er mit dem Opa am Strand spielt, dann ein behinderter Christus, Jonathan Meese ist zwischendrin auch noch dabei, Joseph Beuys - eh klar.
Keine Narration, keine Logik, kein Mitkommen, nur schwerwiegender, bedrückender Eindruck - ca. 50 Akteure, 6 Videoleinwände, 10 verschiedene Bühnenbilder, ein Schlagzeuger, ein Gospelchor, Priester, neun Filmprojektoren und zwei Opernsängerinnen. Mehr geht nicht. Schlingensief brüllt gegen die Uninszenierbarkeit des eigenen Todes an.

Es ist ja auch erstmal überraschend, wenn da kein Unterschied zwischen Christoph Schlingensief, dem privaten Kranken, und Christoph Schlingensief, dem öffentlichen Regisseur, gemacht wird. Und auch beklemmend offen, dass er seit Beginn seiner Krankheit alles aufnimmt oder mitfilmt. Ein Video zeigt ihn im Bett, wie er weinend wiederholt "Nicht berühren, niemand soll mich berühren". Ich frage mich, wieso er nicht "anfassen" sagt, was ja viel naheliegender und gebräuchlicher ist. Und dann diese direkte Verbindung zu Jesus' "Noli me tangere", die so offensichtlich ist - wann und wo hört die Inszenierung auf?
Das weiß auch das gestrige Theatertreffen Premierenpublikum nicht sofort, der Vorhang ist zu, das Licht an, aber der Applaus kommt spät und skeptisch. Nur zwei, drei "Bravo" Rufe gehen durch den Kirchensaal.

Und, für alle die jetzt doch / auch noch wollen - die Kirche der Angst steht Anfang Juni in Amsterdam. Mehr Infos hier. Schlingensiefs Readymade Oper Mea Culpa wird im Juni wieder am Wiener Burgtheater gezeigt.
Und natürlich für alle die nicht auf harten Kirchenbänken sitzen wollen - heute um 20:15 zeigt das 3sat eine filmische Annäherung an die Inszenierung.

Friday, May 1, 2009

moderne Politik als klassisches Königsdrama





Gestern den göttlichen Il Divo von Paolo Sorrentino geschaut. Sich in einen Politfilm, der sich durch einen Teil des Lebens Giulio Andreottis, des italienischen Ministerpräsidenten bis zum Beginn der Mafiaprozesse, schlängelt, in Originalversion wagen, weil am Beginn meines Studiums ja auch mal 1,5 Jahre Italienischunterricht stattfanden, war sehr ambitioniert. Man könnte meinen, ich wäre kaum mitgekommen. Das war auch so. Aber das war auch gar nicht schlimm. Der Film ist allein wegen der wunderbar choreografierten Kamerabewegung, der überraschend modernen Musik und den grandiosen Schauspielern sehenswert. Ich bin begeistert und empfehle mit Nachdruck (die Originalversion).
Heute abend werde ich mir Schlingensiefs "Kirche der Angst vor dem Fremden in mir" anschauen und vielleicht morgen, wie Tessa sich das wünscht, auch was dazu bloggen. Wenn mir mehr als WAS dazu einfällt.

Bilder: Stills aus Il Divo

5GUM Vision Lab



Wrigley launcht einen neuen Kaugummi und macht deshalb ein riesiges, aber schönes Fass auf. Am 25. und 26. Juni finden in Berlin Vorträge von Eley Kishimoto, Ewan Pearson, Sissel Tolaas, Scott Schumann und weiteren statt. Außerdem gibt es einen Projektwettbewerb. Alle Infos dazu gibt es hier.