Monday, June 29, 2009

I like to shoot pictures like I like to have sex



Weil sich Mahret heute beim Abendessen schon so köstlich darüber amüsiert hat, muss ich's natürlich auch verbreiten.

mise-en-scènes

Roman Ondak: Loop

Ich hab mir ja eigentlich vorgenommen, vor September alle Berichte zu meiden und eben nicht zu schauen, was da so entstanden ist, in den venezianischen Gärten. Denn das verstellt ja den unbeeindruckten Blick. Aber eigentlich ist ein Lügewort, ganz besonders wenn man hört, dass Ondak, ein slowakischer Künstler, die Giardini durch den Pavillon laufen lässt, innen und außen eins wird und man dort eben eintaucht, in die Kunst. Vor allem wenn man vor circa 12 Monaten mal vergeblich zwischen Wein und Spargel argumentiert und drauf gepocht hat, dass die immersive Kunst die nächste große Kunst wird. Schwer zu verkaufen.

Roman Ondaks Garten durch den slowakischen Pavillon bei der Biennale Venedig ist noch bis zum 22. November zu sehen. Ungeduldige schauen hier.

Quelle Avantgarde



So sehr ich ihre Schuhe und ihren Mut mag, fällt mir doch immer wieder diese leichte Deppertheit bei den Posen auf. Verträumter Blick ins Weite, Hand ans Kinn und im Durchgang hingehockt - das kennen wir doch aus den Katalogschinken, die immer noch und gern neben den meisten Couchlandschaften Deutschlands gestapelt werden. Ist das vielleicht ein Hinweis darauf, dass sich hinter ihren extravaganten und abnormen Kleiderwahlen aus dem Avantgarde Potpourri ein kleinstädtischer Kataloggeist mit eingeschränkter Sicht verbirgt?

Bild: sea of shoes

Sunday, June 28, 2009

so nah so fern

flyme2

Ich habe heute wieder angefangen The Wire zu schauen. Staffel Eins Folge Fünf um genau zu sein. Nicht, dass das irgendwas mit diesem Bild zu tun hätte. Das hat Mahret im Nachmittagsrausch auf der Terrasse des Weekend gemacht, zwischen zwei Vorträgen des 5gum Vison Lab, bei dessen Workshops am nächsten Tag der von uns allen hochgeschätzte Sartorialist in Reflektion der Berliner Straßenkultur das hier produzierte.

ps, keine Angst, diese Postingfrequenz werde ich nie und nimmer beibehalten können.

Kleid: Reality Studio

charles guislain



So läuft's: Mit 16 Jahren, ohne Fett am Körper, blondierten Haaren und perfekten Augenbrauen kleidet man sich in Rick Owens, hängt statt in der Schule am Einlass zu Gaspard Yurkievichs neuer Show ab und fällt auf, weil man kein Fett am Körper hat, sich die Haare blondiert, die Augenbrauen zupft, in Rick Owens kleidet und gerade mal 16 ist. Dann klappt's auch mit Central St. Martins.

wahrheit / hoffnung / glaube



Es gibt keine Hoffnung, nirgends. Es gibt keinen Anspruch auf eine logische Erklärung, ausgleichende Gerechtigkeit oder ein Happy End, ein Wunder. Niemals. Darüber kann man lange nachdenken und sich dann gruseln und dann, naja. So ist es, sich damit abfinden. So geschehen in Hanekes Le temps du loup.

Bild: filmstill aus Le temps du loup

glaube / hoffnung / wahrheit



Es ist ja nicht so, als wäre das nicht klar. Als wüßte nicht jeder, dass Dokumentarfotografie nie so dokumentarisch oder gar objektiv ist, wie sie tut und, dass Fotojournalismus mehr über den Standpunkt des Fotografen offenbart, als über das Fotomotiv. Guillaume Chauvin und Remi Hubert gewannen gerade den Pariser Grand Prix du Photoreportage Etudiant für eine Strecke zum prekären Leben französischer Studenten. Die, so gaben sie bei der Verleihung bekannt, komplett gestellt ist. Sie "wollten bei dem Wettbewerb mitmachen um die Bildcodes, die im Fotojournalismus häufig verwendet werden, zu zeigen und zu beweisen, dass etwas Wahres in etwas Inszeniertes übersetzt werden kann." Also noch mal unterstreichen, dass Fotojournalismus keinen Anspruch darauf haben kann, etwas Authentisches zu zeigen - das er nur funktioniert, solange wir an die Bilder glauben.

Die Strecke gibt es hier.
Via

Bild: Guillaume Chauvin, Remi Hubert

Hussein Chalayan Sommer 2009



Nicht schlecht.

Fotograf: Max von Gumppenberg, via

Monday, June 22, 2009

learning how to think really means learning how to exercise some control over how and what you think.

It means being conscious and aware enough to choose what you pay attention to and to choose how you construct meaning from experience. Because if you cannot exercise this kind of choice in adult life, you will be totally hosed.

David Foster Wallace: This is water.

es ist zeit - bloggerinnenversammlung



Weil es an der Zeit ist und weil es viel zu sagen gibt, werden Julia, Jessie und ich am Samstag, 04. Juli 09 ab 15:00 die Mode Bloggerinnen Jahresversammlung 09 ausrichten. Mahret gibt eine kurze Wegbeschreibung von der Bloggerin zur Modejournalistin, danach wollen wir zwischen Sprudel und Häppchen über alles diskutieren, was so wichtig und richtig ist.

Anmelden könnt ihr euch HIER

Saturday, June 20, 2009

ach, du sommer.



Da schaut man raus auf den grauen Berliner Matschhimmel und dann auf dieses Bild und dann möchte man doch heulen, echt. Danke, Tamara Lichtenstein.

Foto: Tamara Lichtenstein

Sunday, June 14, 2009

ANGEWANDTE 09: LEONIE LEUENBERGER


Leonie Leuenberger: Made in Rain

Jetzt habe ich bereits drei Beiträge zur Abschlussshow der Angewandten geschrieben, und keiner darunter widmete sich den Diplomanden. Dabei war das doch der letzte Jahrgang unter Leitung von Veronique Branquino, die im nächsten Jahr von Bernhard Willhelm abgelöst wird, und damit gleichzeitig der, der seine gesamte Studienzeit unter Branquino verbrachte wurde und (vielleicht auch deshalb) den prägnantesten Stempel der Belgierin erhalten hatte. Nun, warum also steht hier noch nichts. Ganz einfach: weil mich von den Diplomanden einfach keiner spontan begeistern konnte - George Beshanishvili und Zeljko Ruzic dagegen eben schon. Veronique Branquinos Einfluss ist, so mein erster Eindruck, sehr sichtbar. Die Farben sind zurückgenommen, es gibt nur wenig und wenn, dann erst auf den zweiten Blick sichtbare extravaganten Schnittexperimente und alles ist auf eine klare Silhouette ausgerichtet. Minimalismus im belgischen Stil - nicht umsonst, steht doch die Schule seit Jahren unter dem Einfluss der minimalen Schneider (vor Branquino lehrte Raf Simons) und nicht umsonst wird der Bruch dieser gerade Linie mit der Bestimmung des unsteten Bernhard Willhelms als nächstem Leiter heiß erwartet.

Leonie Leuenberger: Made in Rain

Die letzte in der Runde der Diplomanden fand ich dann doch noch ansprechend: Leonie Leuenberger zeigte mit ihrer Kollektion "Made in Rain" eine Reihe von regentauglichen oder durchnässten Entwürfen, die entweder an der Haut klebten, im Wind flatterten oder mit Tropfen besetzt waren. Ganz besonders fiel der weiße Regenmantel auf, dessen fester Stoff, eben auch erst auf den zweiten Blick erkennbar, mit fließenden Tropfen dekoriert war. Natürlich waren auch hier die Farben sehr dezent und mit dezenten knalligen Highlights versehen und auch bei ihr ging es um eine klassische, im Detail variierte Silhouette, aber das Konzept des vom Regen durchnässten, und trotzdem noch tragbaren Kleids, blieb bei mir dann doch hängen. Noch mehr Bilder dieser Kollektion gibt es bei A Shaded View on Fashion.

Saturday, June 13, 2009

Blogger Porträts 2

blica

Anne kann nicht nur sehr gut schreiben, sondern sich auch sehr gut anziehen, was sie in der letzten Woche mehrmals bewies. Am Montag kam sie dabei in Zusammenarbeit mit der Prückeltischdecke ihrem Dries van Noten Farbideal ziemlich nah.

ANGEWANDTE 09: ZELJKO RUZIC

Zeljko Ruzic: Circle of Shame

Neben George Bezhanishvili ist mir bei den jüngeren Jahrgängen außerdem noch Zeljko Ruzic aufgefallen, der über all seine Entwürfe transparente Regenmäntel zog. Diese sind mit aufgeklebten Papieruhren und Sonnebrillen oder Diamantringen und Broschen verziert und in der jeweiligen Farbe des darunter getragenen Outfits in beige, pink oder violett paspelliert. So ein bisschen Fetisch, so ein bisschen Dancing in the Rain und ziemlich viel Witz überzeugten mich bei dieser Idee:

Zeljko Ruzic: Circle of Shame

Das darunter auch wirklich noch entworfene Teile und nicht nur die Alltagskleidung der Models getragen wurde, zeigte er in einem zweiten Durchlauf der Modelle ohne Mäntel, der mich aber, wen wundert's, nicht mehr so interessierte, da diese doch sehr zurückhaltend und im Gegensatz zur Plastikmantelschau eher enttäuschend waren. Das ist eben ein Risiko, das man eingeht, wenn man solche Eyecatcher verwendet. Wobei ich nicht sagen kann, ob die Entwürfe gut oder schlecht sind, dazu müsste man sie noch mal näher begutachten. Auf jeden Fall auch ein Name, den man bei den Diplomen im nächsten Jahr beachten sollte - vor allem da Bernhard Willhelm, der Designer der selbst gern zu Witz und Dollerei greift, im abschließenden Studienjahr von Ruzic noch mal ein Auge drauf werfen wird.

Zeljko Ruzic: Circle of Shame

Friday, June 12, 2009

ANGEWANDTE 09

Angewandte 09

Auf den Abschlußpräsentationen der Modeschulen zeigen nicht nur die Diplomanden ihre letzte Kollektion, sondern auch die jüngeren Jahrgänge führen ihre Arbeiten vor. Das ist unter Umständen ganz amüsant, wenn zum Beispiel bei der Modeklasse der Wiener Angewandten in den Rockstudien ein Sofa zum Mitnehmen herauskommt (Foto oben, Arbeit aus dem 1. Jahrgang). Ich habe hier einige Eindrücke zusammengestellt, denn das könnte ja für die interessant sein, die sich für ein Modestudium interessieren. Die Show fand in diesem Jahr in der Stadthalle statt, in die sicher über 1000 Leute strömten - die Halle war bis auf den letzten Platz besetzt, diejenigen ohne Sitzplatz drängelten sich an den Seiten, setzten sich vor die erste Reihe auf den Boden oder quetschten sich an den Eingang:

Angewandte 09

Ich verließ meinen Presseplatz von dem ich gerade mal die Köpfe der Models sehen konnte. Denn zum einen war der Laufsteg ebenerdig und zum anderen die Models meist Freunde der Designer, die auch mit hohen Hacken selten über 1.70m waren.

Bänderkleid mit Weltraumhelm, Deflorationshose zu Sportlertop, strenger Zopf mit ausladenden Schultern:
Angewandte 09

Angwandte Kopf- und Schuhschmuckkunst:
Angewandte 09



(Dieser Post erschien ursprünglich auf MySpace Laufsteg)

Thursday, June 11, 2009

ANGEWANDTE 09: GEORGE BEZHANISHVILI


George Bezhanishvili: Jheronymus, 2009

Mein persönlicher Höhepunkt bei dem 9 Festival for Fashion and Photography war die Abschlusspräsentation der Modeklasse der Universität für Angewandte Kunst. Unter den jüngeren Jahrgängen fiel mir (und Blica) vor allem der Georgier George mit dem schwierigen Nachnamen Bezhanishvili (Beschanschwili) auf:

George Bezhanishvili: Jheronymus, 2009

Er hatte im letzten Jahr den Preis des Schweizer Textilverbandes gewonnen und konnte nun in Luxusstoffen schwelgen. Nachdem er im Vorjahr eine Präsentation im Stile Devendra Banharts, der mir ja ne Ecke zu waldschratig ist, vorlegte, zeigte er diesmal einen erwachseneren Hippie, der auch gern in die Großstadt geht. Natürlich gab es noch die Capes und Bärte, Leggins und Wanderstiefel, wallende Stoffe und Tuniken - aber George Bezhanishvilis Entwürfe werden eigenständiger und erwachsener. Im nächsten Jahr wird er seine Diplomkollektion vorstellen, das könnte ein sehr guter Grund für eine erneute Reise nach Wien sein.

Ein ausführliches Interview gibt es hier.

George Bezhanishvili: Jheronymus, 2009

Tuesday, June 9, 2009

I feel I'm loosing you



I coud have called you the promised land But I can't stay Oh chaos reigns for us today I feel I'm loosing you A saint is over you The chaos reigns and does a loop



Lyrics: Sebastien Tellier's Broadway
Photo: Gingerlillytea

Sunday, June 7, 2009

Blogger Porträts 1

susie & jessie

Die Bubble und die Mademoiselle auf dem Weg zum Panel.

WIENER BLOGGER TALKS

Gestern war es nun so weit, nach Wochen der Planung konnten Maria (stylekingdom) und Stefan (Stylishkidsinriot) den Fashion Blogger Day im Wiener Wittgensteinhaus eröffnen. Susie Lau (Style Bubble), Diane Pernet (A Shaded View on Fashion), Imran Amed (businessoffashion.com), Julia Knolle (LesMads), Panos Destanis (modabot) und der Journalist Joachim Bessing diskutierten über den Unterschied zwischen Print und Online Journalisten.

Fashion 2.0: Fashion Blogs Panel at Wittgensteinhaus, Vienna

Der Moderator Bessing konzentrierte sich besonders auf die Frage der Verwertbarkeit von Blogs - dabei stellte sich heraus, dass selbst die bekannten Blogger wie Diane und Susie nicht von ihrem Blog leben können. Denn Werbung in Bannern auf Blogs lohnt sich immer noch nicht, selbst bei den 15.000 Besuchern, die Susie täglich hat. Warum macht man das also? Nach einigen Statements zur Bedeutung der Leidenschaft für's Thema, der nötigen gehörigen Portion Idealismus und der sehr hilfreichen Arbeitswut für den Aufbau eines guten Blog, kam dann auch endlich die Sprache auf die indirekte Belohnung. Joachim Bessing hatte die Frage inzwischen schärfer formuliert, als er die Behauptung in den Raum stellte, Bloggen sei zwar schön und gut, aber wieso für umme arbeiten, wenn man dafür auch Geld bekommen könnte? Susie, Julia und Imran betonten die vielen Entlohnungen, die man nicht direkt durch den Blog bekommt, die aber mit ihm zusammen hängen - die Menschen, die man trifft und mit denen man arbeiten kann, die Einladungen und Akkreditierungen, die Produkte, die man zugeschickt bekommt, und natürlich die Jobs, die angeboten werden - Susie Lau arbeitet mittlerweile für DazedDigital, Diane Pernet ist schon lange erfolgreiche Printjournalistin und Taltentscout für das Festival in Hyères, Imran Amed arbeitet als Berater und Julia Knolle ist Chefredakteurin von Glam.de - alles Jobs, die ohne die Blogs nicht oder nicht in diesem Ausmaß möglich gewesen wären.

Fashion 2.0: Fashion Blogs Panel at Wittgensteinhaus, Vienna

Viele Fragen blieben unangesprochen, vor allem die Zusammenarbeit von Print und Online, wie narzisstisch und selbstdarstellerisch Blogs sein können/sollten, oder der Einfluss von Bloggern auf Designer und Shops könnten noch spannende Themen sein. Das Publikum wurde in die Diskussion nicht einbezogen, obwohl viele sicher einiges zu Sagen gehabt hätten. Leider aber blieb dafür keine Zeit. Definitiv war diese Veranstaltung ein Anzeichen dafür, dass es noch viel Grundsätzliches zu diskutieren gibt und eine Wiederholung oder neue Auflage eines solchen Panels ansteht.

Saturday, June 6, 2009

WIENER NACHWUCHS

Wenn mich jemand fragt, wie ich denn die österreichische Modedesignszene finde, dann erwähne ich neben der großen Anzahl sehr interessanter und dabei junger Labels, immer den Vorteil der besseren Förderung, der in Deutschland leider ziemlich hinten ansteht. Nachdem am vergangenen Mittwoch schon die Preise der Stadt Wien und der Unit F an verschiedene, auch junge Wiener Designer verteilt wurden, zeigten gestern vier von Departure geförderte Labels im Semper Depot. Departure ist eine Initiative der Stadt Wien, welche die Designer mit finanziellen und organisatorischen Hilfen unterstützt, zum Beispiel durch Shops in Wien, Beratung beim Aufbau des Labels, internationale Shows und Pressearbeit. Eine rundum gute Sache, denn auch wenn der österreichische Modemarkt sehr klein ist, hält das die Stadt nicht davon ab ihre Talente zu fördern und die Bekanntheit österreichischen Designs international zu etablieren. Davon zeugen zum Beispiel auch die konstant hochwertigen Professuren an der Universität für Angewandte Kunst, an der schon Raf Simons, Veronique Branquino, Viktor&Rolf sowie demnächst Bernhard Willhelm den Studenten neue Wege zeigten. Nun aber wieder zur gestrigen Veranstaltung, bei der die Labels Superated, Mangelware, House of the very Island's und (von mir am meisten erwartet) Ute Ploier ihre nächste Winterkollektion zeigten:

Departure Fashion Night, Semper Depot, Vienna

Winterkollektion von Peter Holzingers Superated.

Departure Fashion Night, Semper Depot, Vienna

Ein Outfit des jungen Labels Mangelware mit zufälligem Heiligenschein.

Departure Fashion Night, Semper Depot, Vienna

Präsentation der Winterkollektion des Labels House of the very island's, die sich mit unisex-Schnitten zwischen Avantgarde und Casual Wear aus ökologischer Baumwolle positionieren wollen.

Departure Fashion Night, Semper Depot, Vienna

Ute Ploiers Winterkollektion bardagamadur kann man sich zwar besser hier anschauen, aber eins meiner Fotos musste ich dann doch noch hier präsentieren.


WIENER E-COMMERCE TALKS

Bevor ich mich gestern Abend zum Semper Depot und der Modenschau begab, nahm ich an einem Panel zum Thema Fashion 2.0 - Ecommerce teil. Obwohl die Rednerpulte großartig besetzt war, kamen nicht so viele interessierte Zuhörer wie erwartet und haben dabei jede Menge verpasst. Moderiert wurde die Veranstaltung von Imran Amed (oben links), der das wichtige und interessante businessoffashion.com betreibt und dort stetig profund zu Themen der Wirtschaftlichkeit von Mode bloggt. Er lud drei Vertreter der derzeit spannendsten Online Shops ein: Sarah Curran von my-wardrobe.com, Stephanie Phair vom vielbesprochenen Sale-Ableger Net-a-Porter.com theOutnet.com und Jose Neves, der mit farfetch.com im letzten Jahr eines der spannendsten Online-Shop Konzepte launchte. Farfetch.com vereint die Online Shops von 37 internationalen High End Boutiquen, von Maria Luisa in Paris bis zu Paris Texas in Kopenhagen, und macht es möglich von jedem Ort der Welt in diesen überstylishen Boutiquen einzukaufen.
Alle vier Sprecher brachten also einen gehörigen professionellen Wind in die Räume des Wittgensteinhauses im dritten Bezirk und gaben spannende Einblicke in ihre tägliche Arbeit, Konzeption und Problembewältigung. Vieles davon schien zwar naheliegend, hätte ich aber bei der Gründung eines Online Shops kaum bedacht - die Bedeutung der Verpackung beim Versand, die genauso hochwertig sein sollte wie beim Einkaufen im Laden um die Ecke; die "Editorialisierung" der angebotenen Kleider, Accessoires und Schuhe, die man online ja nicht mal eben so kombinieren kann; der große Aufwand mit dem das Design, die Technik, der Kundenservice, die Inhalte und das Marketing rund um die Uhr am Laufen gehalten werden müssen, denn ein Online Shop kann nicht von 10:00 morgens bis 17:00 am Nachmittag geöffnet haben, sondern muss immer bereit stehen.
Heute gehen die Talks im Wittgensteinhaus weiter mit einem sicher weitaus besser besuchtem Thema. Der Autor Joachim Bessing moderiert eine Runde zum Thema Fashion 2.0 - Modeblogs mit den Gästen, die ich hier kaum mehr vorstellen brauche, Diane Pernet (A Shaded View on Fashion), Susie Lau (Style Bubble), Imran Amed (businessoffashion), Julia Knolle (LesMads) und der Journalistin Birgit Kohl. Ich bin gespannt und werde euch berichten!

Wednesday, June 3, 2009

The show must go on.

Wie reagiert jedoch eine Modezeitschrift darauf, wenn sich selbst wohlhabende Leserinnen krisenbedingt einen Fashionstop auferlegen, wenn also überall der Sparzwang regiert?


Isabelle Graw liest die britische und amerikanische Vogue (recht genau). Eine Antwort und Reaktion auf ebendiese gibt es aufgrund von Codefehlern schwer zu lesen hier.