Äh, ja, äh, das Glück

Das war jetzt ziemlich schwierig, mir zu überlegen, was nach DEM Posting kommen könnte. Deshalb hat es auch so lang gedauert. Kommen kann Friederike Hellers Inszenierung von Goethes Wilhelm Meisters Lehrjahre am Dresdner Schauspielhaus. Teil der vier Premieren Strategie, mit der Dresdens neuer Intendant zeigen will, wohin es geht, hieß es. Und zeigen will, was die Dresdner Bühne alles kann - sich drehen, verschieben, abbrennen, fliegen, samtrot werden, wald, eisenbahn, konzerthaus und nazi stadion zugleich sein. Zwischendrin Christian Friedel, der trotz plumper Körperhaltung überraschend fit zwischen den Eisenstangen herumturnte, von Szene zu Szene fiel und sich von Dialog zu Monolog hangelte. Auf jeden Fall gut ist auch das Ende, wenn nach den Gedonner, Geballere und Getöse hinter dem geschlossenen Samtvorhang nur noch ein "äh, ja." zu hören ist.
Großartig: Kante, die Goethe live ver- und betonten.
Bühne und Kostüme: Sabine Kohlstedt; Dramaturgie: Martin Heckmanns, Robert Koall
Termine: 24.09., 01.10., 05.10., 09.10., 14.10., 30.10., 07.11.



