Thursday, October 29, 2009
Friday, October 23, 2009
Tuesday, October 20, 2009
Das ist ein Thema! Und nicht Gut und Böse.

Wenn man verlauten lässt, dass man Pollesch mag, hört man gern mal "Ach, der macht doch immer das selbe." Oder "Kennste einen, kennste alle." Stimmt so. Stimmt so nicht. Pollesch ist eben einer, der sich immer wieder Fragen stellt, Antworten gibt, die mehr Fragen aufgeben, die wieder Thesen erfordern. Und wenn die Spielzeit zu Ende ist, geht's eben im nächsten Stück weiter.
Heute gab es für mich dann endlich mal die Fortsetzung des letzten Gesellschaftsspiels: Ein Chor irrt sich gewaltig.
Pollesch ansehen ist ja eine Reise ins Absurde, positiver ausgedrückt, eine Reise ins 'Wie es sein sollte'. Dann würden sich scheidende Liebhaber nicht schimpfende Worte um die Ohren hauen, sondern zwischendrin den sprachlosen Kapitalismus diskutieren oder sich fragen, wie lange sie es noch schaffen die Zeit seit dem letzten Ende des Sozialismus zu überbrücken. Wenn der Chor dann noch uniformiert in Rokoko Kleidern aus Afrika-Internet-Stoffen erscheint und Sophie Rois ertränkt, kann man sich ja nur noch auf die (bisher leider unangekündigte) Fortsetzung freuen.
René Pollesch: Ein Chor irrt sich gewaltig. Volksbühne im Prater, Berlin, 31.10.2009, 5.11.2009
Labels: rené pollesch, sophie rois, theater, volksbühne
Wo führt diese Beziehung hin?

Wohin Berlin die Mode führt oder wohin die Mode Berlin führt, um diese Fragen ging es gestern beim
"Zu modisch für die Mode?" im Babylon. Und auch wenn's hier, hier und hier schon besprochen wurde, gebe auch ich noch einen Kommentar ab: Das Podium war besetzt mit dem erfolgreichen Dirk Schönberger, dem durchblickenden Michael Werner von der TextilWirtschaftl, dem platzhirschigen Karl-Heinz Müller von der Jeanser-Messe Bread&Butter, der jung-unternehmerischen Leyla Piedayesh von Lala Berlin, und dem jungen Michael Sonntag, der aufgrund mehrerer Preise und seiner Show im Zelt in letzter Zeit immer wieder als Fürsprecher der ganz Jungen herhalten muss, auch wenn ihm die Rolle im Rampenlicht wenig liegt.
Der Moderator Lorenz Maroldt, Chefredakteur des Tagesspiegels, hatte es dann doch nicht so mit der Mode und schaffte es leider in der ersten Stunde nicht, mehr als ein Frage-Antwort, Frage-Antwort Spiel herzustellen. Was an seinen völlig banalen Fragen zwischen "Wie wichtig ist das städtische Umfeld?" an Karl Heinz Müller, "Gibt es einen Berliner Stil?" an Leyla Piedayesh und "Wie wichtig ist dir Arbeit?" an Michael Sonntag lag, die ich mir allesamt selbst beantworten konnte (Sehr, Jein, Total).
Nach allerlei Bauchpinselei, aus der nur Michael Werner ausbrach um mal ein wenig Kölner Kontra zu geben, machte ich mich schon fast bereit zu gehen, als dann der bis dahin sehr verhaltene Michael Sonntag, dem ich diese Paraderolle nun wirklich nicht zugetraut hätte, mal den Mund gegen Müller, den liberalen Wirtschaftler, dem wenig mehr als sein Geschäft bedeutete, den Mund aufmachte. Er verwies auf die mangelnde staatliche oder private, finanzielle und beratende Förderung in Berlin und Leyla Piedayesh nahm im Nebensatz auch die Bread&Butter in die Pflicht. Karl Heinz Müller watschte das bekannt elitär ab: "Also wenn jeder nach Förderung schreit... Ein gutes Produkt findet schon seine Investoren... Und, außerdem gibt es unter den tausenden Modestudenten einfach zu viele schlechte." An dieser Stelle wäre, nach dem bisherigen Verlauf, die nächste Frage des Moderators gekommen, wenn nicht Michael Sonntag eingeworfen hätte, dass die Berliner Talente aus diesem Grund dann ins Ausland gehen. Karl Heinz machte dazu nur das Statement "Auslandserfahrung tut immer gut."
Leider kam niemand auf dem Panel dazu, diese Grundhaltung noch stärker zu hinterfragen, auch wenn da zig Zweifel angebracht wären - der Moderator mühte sich, die Diskussion schnell zu verschieben. Zu Leyla Piedayesh, welche die Exklusivität einer Modenschau schätzt, immer noch glaubt, dass in ihrer Show nur Fachpublikum (plus ihre 400 engsten Freunde) sitzen und die Bilder erst 7 Monate später veröffentlicht werden. Eine der von ihr gewünschten beratenden Koryphäen sollte ihr dann als erstes mal erklären, dass dieser klassische Weg schon lang nicht mehr gilt. Weiter zu Michael Werner, der findet Berlin sollte nicht so sehr auf ihre eigene Kreativität und mehr auf ihre Rolle als Plattform setzen.
Karl Heinz Müller merkte am Ende nochmal an, (und das war der spannendste Teil) dass ihm der Unterschied zwischen der Fashion Week, der Premium und der Bread&Butter äußerst wichtig ist, weswegen man zur Bread&Butter nur per BMW kommt. Auch ein gemeinsamer Termin interessiert ihn nicht, zukünftig sei es sogar besser, die Messe und die Shows getrennt zu halten. Seit der Rückkehr der Bread&Butter nach Berlin macht er seinen Termin, und alle anderen richten sich nach ihm. Im kommenden Januar findet die Fashion Week deshalb so früh wie noch nie statt... Vielleicht feiert die Bread&Butter ihre Jeansparty im Sommer dann schon im Juni. Wer weiß, ob IMG dann weiter auf Berlin setzt.
Überraschend, dass es am Ende doch noch zu einer Diskussion kam, denn das Panel war auf Konsens besetzt. Abgesehen davon, dass nur eine Frau in den Reihen saß, gab es zu wenig Reibungspunkte und zu wenig Unterschiede (drei Designer!) zwischen den Diskutanten, und leider auch zu wenige gute und mutige Fragen des Moderators. Gerne hätte ich da oben Tanja Mühlhans, die Senatsbeauftragte für Creative Industries und jemanden aus dem Einzelhandel gesehen.
Und ich hätte gern gewußt: warum zog die B&B 2005 von Berlin nach Barcelona, und warum kam sie wieder? (Dass das wohl vor allem an wirtschaftlichen Gründen und weniger an Heimatliebe lag, geht in all dem Home Coming Spektakel der Bread&Butter, die sich aufführt wie die vertriebene Tochter, immer wieder unter)
Warum zeigte Joop! an der letzten Fashion Week nicht?
Warum setzen die PR Agenturen so gern Soap-Schauspieler und Viva Moderatoren in die ersten Reihen?
Warum geht das mediale Interesse an der Berlin Fashion Week, selten über das Event und die B-Promis hinaus?
Ist dafür verantwortlich, dass es generell wenig journalistisches Umfeld für ernsthafte Modebesprechung in Deutschland gibt?
Wednesday, October 14, 2009
re:publica ♥ modeblogs
In der Girls on Web Society wurde vor Ewigkeiten einmal angestoßen, auf der re:publica endlich mal über Modeblogs zu sprechen - um zu klären in wie fern das interessant und umsetzbar ist, habe ich eine Diskussion eröffnet -> hier. Ich würde mich über viel Input freuen!
Tuesday, October 13, 2009
LA BIENNALE DI VENEZIA 2009 - Krzysztof Wodiczko
Krzysztof Wodiczko: "Guests" at the Polish Pavilion
Labels: art, biennale 2009, installation, Krzysztof Wodiczko, venedig
Gute Nachrichten
Ich freue mich, wirklich, hier mitteilen zu können:
"Der Rechtsstreit wurde durch Vergleich beendet, nachdem sich die Gegenseite bereit erklärt hat, den noch ausstehenden Betrag sowie die Kosten zu übernehmen."
Labels: burda, etc, internet, publishing
Tuesday, October 6, 2009
two good

Antipasti at Il Paradiso Perduto
IL PARADISO PERDUTO
Fondamenta de la Misericordia 2640, 30121 Venezia
Calamari with Polenta at Al Nono Risorto
AL NONO RISORTO
Sestiere Santa Croce 2338, 30123 Venezia
Labels: food, restaurant, venedig
Monday, October 5, 2009
keine pläne
Es ist ein Zitat! Nee, is klar. »Bei dem Video handelt es sich um eine zitathafte Verbeugung vor dem gelungenen Werk von The Knife« sagt Frank Spilker zu Walter W. Wacht von der Spex. Und der gibt sich damit zufrieden und bezeichnet das auch noch als "gelungen".
Wo genau dem Original eine Bedeutung hinzugefügt, und wo eine weggenommen wird, das müsste mir Frank Spilker nochmal genauer erklären. Und dann auch noch einen vom Zitate-sind-eine-grundlegende-Technik-der-Sterne Pferd erzählen... Da wird mir klar, was Richard von der Schulenburg meint, wenn er sagt er wolle »die ästhetischen Veränderungen nicht mittragen«. Ich werde das auch nicht.
Walter W. Wacht: »EINEN GANZ ANDEREN SPILKER KREIREN«
Labels: die sterne, frank spilker, music, spex, walter w. wacht
Saturday, October 3, 2009
sunset needed

I don't consider Venice being one of the most beautiful or, even less, romantic cities of the world. To me it's a rather stressful conglomerate of narrow streets, annoying tourists, smelly canals, overpriced bad food, where you constantly lose your way or fall into tourist traps, decorated with tasteless masks and gondolas and a lot of overweight Americans. This results is me being constantly stressed out during day time, trying to find my way to the next exhibition or to decent food. I would never go there, if it wasn't for the Biennale. That being said, I have to admit there is not only San Marco or the Rialto bridge - in fact, if you cross the Rialto bridge it instantly gets better and you start to get a glimpse of what Venice could be like if it wasn't hundreds of years ago marked the most beautiful town in Europe. Especially after sunset. So, I start relaxing at night, after two Spritz and a decent dinner in one of the few fine restaurants (will tell you more of that later) and only at night I regain my will to take pictures. The results are presented here.
Labels: photography, venedig
La BIENNALE DI VENEZIA 2009 - Nathalie Djurberg

Nathalie Djurberg catched my eye for the first time 3 years ago at the Berlin Biennale, where she showed her video works Florentin and Tiger Licking Girl's Butt. In Venice she presented her rather creepy videos in a room filling installation with plasticine flowers and animals, creating a fascinating, weird and beautiful jungle. It was one of my favorite art works at the Biennale, sadly it was rather difficult to watch the video completely because I was constantly distracted by people taking pictures of each other in front of the funny frog placed under one plasticine flower. With flash.



Labels: art, biennale 2009, nathalie djurberg, venedig, video
LA BIENNALE DI VENEZIA 2009 - Elmgreen & Dragset

I guess everyone already saw pictures of the much praised pavillon of Denmark and the Nordic countries, curated by Elmgreen & Dragset and containing works of over 20 artists. (If not, click here or here and for a video here) I am just showing 3 nice details of the Nordic Pavillon. 
Labels: art, biennale 2009, elmgreen dragset, the collectors, venedig
Friday, October 2, 2009
huch
Seen in a positive way, it's a homage.
Above: Die Sterne - Deine Pläne, September 2009, directed by Danny Baarz
Below: The Knife - Pass This On, 2003, directed by Johan Renck
Watch simultaneously for the best effect.
Labels: die sterne, music, the knife, video
geht das eigentlich?
"Die Unabhängigkeit der Blogs wird zunehmend von großen Konzerne, Labels und Marken genutzt, integriert und zur Imagepflege benutzt. Die Protagonisten benutzen es eher zur Erarbeitung eines feinen Portfolios, als dass es zur unabhängigen, kritischen Berichterstattung genutzt würde. Sie haben auch ein bisschen den Spaß verloren, bloggen kaum mehr Inhalte. Frage also: Sehe ich das eigentlich viel zu schwarz? Oder sogar ganz falsch?"
Timo F. verlangts nach mehr Kritik in der Modebloggerei - ich entgegne, die Kritik passiert in der Auswahl des Themas, was man scheisse findet, wird nicht gebloggt. Mache ich, zumindest meistens, so. Im Umkehrschluss hieße das, alles was ich nicht erwähne, finde ich scheisse. Stimmt auch nicht. Und nun?
Man könnte auch sagen, dass klar keiner von den Modeblogetten kritisch ist, da sie dafür meistens a) zu wenig Ahnung haben und b) noch nicht genügend angekommen sind um bereits aufzubegehren. Könnte man meinen. Kann man aber auch nicht. Denn dann müsste sich ja langsam mal eine Kritik entwickeln, schließlich bloggen die "Großen" bereits einige Jahre.
Ach, eine Endlosschleife. Und: ich fand die neue Rodarte Kollektion langweilig. Oder nein, langweiliger als die ersten. Es ist doch eine Krux mit der Kritik.
Ich gebe die Frage mal weiter an die kritischste unter den deutschsprachigen: Blica.
Hier die Fortsetzung von Timo F..
LA BIENNALE DI VENEZIA 2009 - Elke Krystufek

Elke Krystufek: Tabou Taboo at the Austrian Pavillon, curated by Valie Export and Silvia Eiblmayr. More pictures here.


I will present some of my favorit art works from the Biennale di Venezia in the next days, in no special order.
Labels: biennale 2009, Elke Krystufek, valie export, venedig





