Tuesday, April 27, 2010

Katrin Brack: Bühnenbild

nach der premiere, der fall esra

Katrin Brack ist eine Bühnenbildnerin, die ich überaus bewundere - ihre Art den Raum zu formen ist so einfach und doch so beeindruckend. Oft basieren ihre Bühnenbilder auf einem einzigen eher armen oder gern auch "campy" Material - seien es ein Baum samt Wurzeln, ein überdimensionaler Trinkbecher oder Tonnen Konfetti, Schaum und Kunstnebel unter denen sie die Bühne begräbt. Ihre Arbeit rekuriert auf Zero, Landart und Arte Povera, sie baut Verbindungen zur bildenden Kunst auf (und ich bin mir sicher, dass ich hier zig Referenzen vergesse) und löst sich oft von ihrer eigentlichen Funktion als Theaterraum um zu einem eigenständigen Werk zu werden.
Theater der Zeit veröffentlichte nun die erste Werkschau Katrin Bracks. Neben großformatigen Bildern ihrer Inszenierungen seit den neunziger Jahren, stehen zwei Essays von Anja Nioduschewski und Stefanie Carp sowie Zitate und Widmungen von Regisseuren und Schauspielern wie Luc Perceval und Dimiter Gotscheff.
Auch wenn ich sagen muss, dass beide Essays recht oberflächlich versuchen in zudem noch ähnlicher Weise die Atmosphäre von Bracks Bühnenbilder zu beschreiben und leider darauf verzichten historischen Bezügen und Einflüssen ihrer Ästhetik nachzugehen, ist die Bildersammlung mit den persönlichen Widmungen durchaus beeindruckend und beweist vielleicht sogar, dass Katrin Bracks Arbeiten sich als Gegenstand einer kunsthistorischen Untersuchen eignen würden.


Katrin Brack: Bühnenbild / Stages. Berlin: Theater der Zeit. 2010. 28 Euro

Bild: Der Fall Esra, Hamburg 2009

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