Sunday, May 16, 2010

gefällt mir nicht



Ich habe gestern einen Link auf Facebook gepostet - ich nannte diese Strecke im Interview Magazine "rassistische Kackscheisse". (Und bin auch immer noch der Meinung.) Das was dabei rauskam, verschlägt mir die Sprache. Hier eine kleine Zusammenfassung der blödesten Kommentare:

Wer die Modewelt so ernst nimmt hat ein Realitätsproblem. / derjenige der überall den rassismus sieht, ist am ende der, der rassistisch ist... / Typische Doppelmoral und aboluter Schwachsinn, der hier fabriziert wird! / seit wann gibts in der mode rassismus? / Kuemmert euch mal lieber um 'rassistische kackscheisse' die auf der Strasse passiert und nicht um Modefotos, bei denen sicher keiner gezwungen wurde mitzumachen / Eure Fotos und Links sprechen mich wesentlich mehr an, als diese pseudo-politische Echauffiertheit... / Bei einer derart paranoiden Einstellung zu Rassismus wird ganz schnell echter Rassismus übersehen. / in der mode gibt es eigentlich keinen rassismus / Rassismus entsteht im Auge des Betrachters / es gibt dinge, die sind weitaus rassistischer. / Ihr "Stil in Berliner" habt ne leicht schwule Einstellung zu Rassismus!!!

Mich macht's traurig, und ich halte an der Hoffnung fest, dass da eine merkwürdige Dynamik entstand, bei der manche dachten, jetzt könnten sie mal richtig auf den Tisch hauen. Das Argument, Menschen die sich mit Mode mehr als zwei Sekunden auseinandersetzen haben eh zuviel Zeit, kennt man ja noch. Die Erweiterung, dass Mode keine politische / gesellschaftliche Relevanz habe, schiebe ich mal auf ein generelles Horizontproblem. Zu behaupten Rassismus läge im Auge des Betrachters und derjenige, der Rassismus entdeckt, sei der eigentliche Rassist schockten mich dann durchaus. Ich frage mich natürlich auch, ist das ein deutsches Problem? Ist es hier schwieriger, Dinge rassistisch (beim Namen) zu nennen? Nun, wie gesagt, ich hoffe, dass es vielleicht doch noch eine Gegenkommentarbewegung entsteht. Ich weiß nämlich nicht mehr, was ich dazu sagen soll...

Nachtrag, da durchaus einige Probleme damit haben, meinem Gedankengang zu folgen, hier noch ein paar Links:

Refinery29: This Daria Werbowy Editorial For Interview Feels Rather Racist
Amy Odell: New Interview Spread Called Racist
Jezebel: More Fetishization Of Black Bodies As Fashion Props (Mildly NSFW)
Sociological Images: WHITES, BLACKS, & APES IN THE GREAT CHAIN OF BEING

34 Kommentare:

Vinz said...

Ich muss Euch da vollkommen Recht geben, ich finde dieses Editorial auf eine gewisse Weise beunruhigend und geschmacklos und weiß auch nicht genau, was sich die Menschen, die das produziert haben, dazu dachten - sowas sollte ja eigl. auch mehrere Kontrollinstanzen durchlaufen. Ich will ihnen nicht gleich Rassismus unterstellen, aber es kommt einfach verdammt so rüber und die Kommentare zu Eurem Facebook-Post haben mich gestern schon sehr stutzig gemacht. Kommen mir teilweise nach dem Motto vor "Woher soll ich wissen, was ich denke wenn ich nicht gelesen hab, was ich schreibe".

Ach ja und anscheinend hat auch keines der farbigen Models einen Credit im Magazin erhalten, das macht den Beigemschack nur noch bitterer...

hannah said...

Also ich fühle mich auch ganz unwohl wenn ich das angucke

bastisRIKE said...

ich habe mich ueber einen großteil der kommentare wirklich erschreckt ...

und am rande: mir will einfach nicht in den kopf, dass sich das wort "schwul" als schimpfwort auf schulhof&co etablieren konnte ... und in diesem zusammenhang wirkt der entsprechende kommentar geradezu grotesk ...

es grueßt
die
rike

norman said...

Ich denke in Schweden gäbe es längst Boykott-Aufrufe gegen das Magazin.

Aber Mode hat das Problem, dass sie von vielen als oberflächliche Kunst angesehen und dann ebenso oberflächlich betrachtet wird. Wer in die Tiefe oder gar in die gesellschaftlich-politsche Relevanz schaut, "echauffiert" sich dann schon. Doch wer ein Bild schafft, darf auch hinterfragt werden und die Bilder um die es hier geht arbeiten in der Tat mit platten rassistischen und sexistischen Clishés, wie es, nebenbei erwähnt, viele Werbungen tun, aber auch das wurde ja leider in einigen Kommentaren als völlig okay beschrieben.

Mary said...

ick freu mir ja, dass ihr hier so kommentiert - in der eigentlichen diskussion wäre es mir aber durchaus lieber ;)

Christian said...

Ich glaube, dass man sich auch in die Lage desjenigen versetzen muss, der das auf Facebook gelesen hat. Du hast Bilder bewertet, Deine Kommentatoren haben Deine Äußerung bewertet. Die Frage für sie war also nicht: Wie finde ich die Bilder? Sondern: Stimme ich mit Marys Einschätzung überein. Sowas absolutes wie "Rassistische Kackscheiße" läd dabei immer zum "Nein" ein. Eine solche Dynamik sehe ich hier absolut.

Desweiteren bin ich ja jetzt genau diesen Weg gegangen - also über Deinen Kommentar zu den Bilder. Und hatte folgenden Gedanken: Ok, Du findest es rassistisch, dass eine weiße Frau in einen Club mit vielen schwarzen Gästen gerät und das geil findet. Ich fragte mich also: Ok, wenn ein Dirndl-Geschäft mit einem Schotten wirbt, der in eine Horde Bayern gerät und das geil findet, ist das dann auch rassistisch? Bis ich dann kapiert habe: Das Problem ist nicht die Geschichte an sich, sondern die Inszenierung der Schwarzen in "Sklaven-Outfits", während die Weiße schick gekleidet ist. Wie bei Dirty Dancing, wo das reiche Mädchen auf die Taugenichts-Tänzerparty gerät. Nur sind hier alle Taugenichtse schwarz.

Ich kann Deiner Einschätzung also zustimmen, aber es hat ne Weile gedauert. Und wenn ich in dieser Weile kommentiert hätte, hätte ich vielleicht auch "Nein" gesagt.

Ach so, ob das ein deutsches Problem ist? Kann sein, aber wenn ja, dann nur aufgrund des schönen Faktums, dass Rassismus an sich hier ein No-Go ist und dadurch ein sehr krasser Vorwurf. Die Alternative wäre Gleichgültigkeit ggü. dem Begriff und damit auch dem Phänomen.

Nur weil ich ja nicht aus der Modewelt komme: Ich glaube, dass die meisten Menschen nicht Mode, sondern Modefans für unpolitisch halten.

Mary said...

das kann ich nachvollziehen - die formulierung war ja durchaus provokant gemeint. in meinem endlosen optimismus bin ich aber wirklich von mehr zustimmung ausgegangen. und dazu noch von bisschen mehr grips als von zwölf bis mittag und der fähigkeit nicht noch den 25. undurchdachten kommentar hinzukotzen, sondern, eben wie du, nachzudenken...

Rosine said...

Ich glaube nicht, dass das ein deutsches Problem ist, in einigen US-Modeblogs z.B. ist gerade eine heftige Rassimus-ja/nein-Diskussion entbrannt über Indianerkopfschmuck, der wohl seit einiger Zeit gern von Hipstern getragen und (wenn ich das richtig verstanden habe) sogar von UO vertickt wird. Eine aufschlussreiche Zusammenfassung der Diskussion gibt es hier. Unbedingt runterscrollen bis zu der Bingo-Karte, auf der alle reflexhaften Antworten versammelt sind, die man so zu hören bekommt, wenn man etwas als rassistisch bezeichnet.

Mary said...

herrlich! danke für die bingo-karte

Anna said...

Mir geht es gar nicht um die Frage ob rassistisch oder nicht, was mich stoert ist, dass die Meinung von SIB scheinbar absolut sein soll. Viele Leser sind anderer Meinung, so what? Die Kommentare als bloed oder was auch immer zu bezeichnen, ist anmassend, wobei ich viele Facebook Kommentare absolut nicht beleidigend finde. Und wenn schon denn schon sollte man richtig zitieren. Zwischen "Rassismus sehen" und "Rassismus entdecken" liegt ein kleiner aber feiner Unterschied. Und nein, dieser Kommentar stammt nicht von mir :-) Ich finde auch, dass SIB nicht die Modepolizei spielen sollte. Das deutsche Problem ist, dass alles auseinander genommen werden muss und man solange weiter machen muss, bis man endlich Recht hat.

Leonhard said...

was ich mich frage: findest du es kacke weil es rassistisch ist? denn wenn nein, kann ich dir zustimmten. falls nicht, nicht in dem kontext. denn das wäre nicht angemessen. seit wann bitteschön beurteilt man genius für moralisch verwerflich usw. ohne sich lächerlich zu machen? marx: antisemitisch. norbert bisky: faschistisch. die ganze modewelt: essgestört. so was - das finde ich jedenfalls - kann nicht der ausgangspunkt für berechtigte kritik sein.

Mary said...

Anna, ich habe (für mich genommen) sowieso recht, von daher muss ich nicht "weiter machen". es geht mir auch nicht darum, dass ALLE meiner Meinung sein sollen, da hast du wohl etwas falsch gelesen.

Leonhard, deinen Kommentar verstehe ich leider nicht.

Leonhard said...

grundlegend halte ich rassismus für schlecht. genau wie antisemitismus usw. nur dieses empfinden ist moralisch. ich kann nun zwar etwas moralisch verwerflich finden, aber deswegen ist es mir noch nicht im kontext der mode oder kunst verwerflich. das heißt, wenn norbert bisky nun blonde, gestählte jungen malt und gewisse ideale sozusagen schon fast propagiert, ist das noch kein manko, nur weil ich diese ausschließlichkeit nicht gut finde. und ich finde die nicht so gut. aber in der kunst - in diesem fall der mode - kann ich diesen maßstab nicht anwenden. mir dir finde ich also rassismus - und das ist ja offensichtlich, dass es hier um rassismus in einem editorial geht - ziemlich mies. aber nicht ein editorial, weil es in diesem sinne moralisch verwerflich ist. denn da könnte es viele andere gründe geben: dass das licht nicht stimmt, die sachen nicht zeitgemäß sind usw.

es ist natürlich politisch inkorrekt. mode ist aber unverantwortlich. glaube ich. würdest du zensieren wollen? lg

Mary said...

jetzt habe ich deinen punkt verstanden. ich möchte aber entschieden widersprechen. mode ist nicht unverantwortlich, mode ist nicht unpolitisch. so wie kunst weder unverantwortlich noch unpolitisch ist. so wie eigentlich gar nichts den anspruch erheben kann, unverantwortlich zu sein, was teil der gesellschaft ist. es ist publik und macht damit aussagen, bildet zustände ab und ist teil der medienöffentlichkeit - wie kann es da ohne verantwortung sein!?
ich würde der kritik hier auch nicht den wunsch nach zensur unterstellen.

norman said...

@ Leonard: Rassismus und Antisemitismus sind zum Glück nicht länger nur Fragen der Moral, sondern verstoßen gegen die Grundrechte und sind damit illegal. Und da sitzt genau die Frage: Wo fängt Rassismus an und wo hört Unverantwortlichkeit der Mode auf?

Rosine said...

Ehrlich gesagt finde ich es schon ein bisschen daneben, wenn man Mary, nur weil sie eine eindeutige Position vertritt, sofort unterstellt, sie würde der Zensur das Wort reden und alle anderen mundtot machen wollen. So ein Quatsch.

Zum Thema: Ich glaube schon, dass diese Bilder explizit mit rassistischen Stereotypen spielen. Schließlich geht es in der Mode und all den neben- und nachgeordneten Branchen zu einem großen Teil um ökonomische Aspekte und mit so einem bewusst provokativen Editorial lässt sich nun einmal prima Aufmerksamkeit erregen. Das bedeutet natürlich nicht, dass die Modebranche per se rassistisch ist oder gar ein rassistisches Weltbild propagiert, sondern es zeigt eindrucksvoll, dass wir eben noch lange nicht in einer post-rassistischen Gesellschaft leben (denn sonst würden diese Fotos keine Sau hinterm Ofen vorlocken). Und die Modebranche trägt mit solchen Bildern dazu bei, dass dies auch nicht so bald der Fall sein wird. Denn durch das Reproduzieren von rassistischen Klischees und Stereotypen werden diese eben, glaube ich zumindest, nicht aufgelöst, sondern im Gegenteil, zementiert.

@Leonhard: Antisemitismus und Rassismus als Frage des moralischen Empfindens zu definieren, ist ziemlich starker Tobak!

Daniel Marohn said...

wtf?

Ok, in meinem Leben spielt Rassismus keine Rolle. So etwas gibt es in meinem Umfeld einfach nicht (und das ich seit der Grundschule so).
Es fällt mir häufiger auf das ich manchmal einfach nicht begreife was andere Leute an manchen Dingen auszusetzen haben.
So auch hier: Auch nach all den Kommentaren kann ichs nicht sehen. Ich finde die Bilder zwar nicht toll oder so aber auch eben kein bisschen verwerflich.

Leonhard said...

@norman & rosine: ja stimmt. solche probleme nur moralisch verwerflich zu finden war unzulänglich von mir.

und ja, es ist auch richtig, dass mode politisch ist, sie "bildet zustände ab und ist teil der medienöffentlichkeit". und weil das so ist, kann doch erst durch so etwas gezeigt werden, dass wir noch "lange nicht in einer post-rassistischen Gesellschaft leben". doch ich schliesse daraus nicht, dass solche stereotypen deswegen "zementiert" werden. bewirkt die abbildung solcher missstände nicht erst, dass diese abgelöst werden? jedoch für mich nicht in der art, dass man das werk an sich in frage stellt.
mir selbst ist aber nicht klar: wann ist etwas beleidigend und damit illegal?

Mary said...

In dem Fall existiert aber keine Meta-Ebene, die Strecke übt keine Kritik oder bewertet nicht neu, sie bildet lediglich bekannte Stereotype noch einmal ab. Deswegen ändert sie nichts und stößt keine Ablösung an, sondern bestätigt durch Wiederholung.

Die Strecke ist nicht illegal, auch sollte die nicht "zensiert" werden. Aber sie sollte, darf und muss kritisiert werden.

@Daniel Marohn, ich freue mich sehr für dich, dass in deinem Leben Rassismus keine Rolle spielt und du bisher solche Probleme ausblenden konntest. Nicht alle von uns sind allerdings mit solch einem dicken Fell (andere nennen es Ignoranz) gesegnet. Zum Glück.

Daniel Marohn said...

@Mary

das hast du falsch verstanden. Ich blende Rassismus weder aus noch ignoriere ich irgendetwas. Es gibt in meinem Umfeld schlichtweg keinen; das ist alles.

Ich habe die Fotos eben mal bei mir im Büro rum gezeigt. Hier kann niemand etwas rassistisches daran finden. Sorry, ohne diese Diskussion hier wäre niemand auf die Idee gekommen das da irgendwas politisch inkorrekt sein könnte.

Mary said...

ohne dich zu kennen oder dir zu nahe treten zu wollen behaupte ich einfach mal, dass es in deinem umfeld keinen rassismus gibt, weil du entweder in einer seifenblase lebst oder einfach nicht genau hinschaust. bzw. nicht sensibilisiert für eine solche wahrnehmung bist. vielleicht hast du dich auch einfach noch nicht genügend mit dem thema "rassismus" auseinandergesetzt.

durchaus ist es aber so, dass du damit nicht allein bist, sondern mangelndes problembewußtsein ein weitverbreitetes phänomen ist.

Anonymous said...

Ihr Deutschen habt echt ein Problem und seid super sensibel...Deutschland ist das toleranteste Land in dem ich je gelebt habe.

Rassismus sieht anders aus!!!

Und warum muss immer eine Meinung die richtige sein?

Mary said...

die strecke ist keine deutsche produktion.

da es ja nun öfter fiel, dass rassismus "anders aussieht" - ja was ist denn dann rassismus?! wann kann man denn sagen: "das ist rassistisch."?

Anonymous said...

Jeder kann für sich selbst entscheiden, was er als rassistisch ansieht und was nicht. Persönliche Erfahrungen spielen dabei eine große Rolle. Ich persönlich würde diese Strecke nie als rassistisch einstufen, weil ich andere Dinge gewohnt bin.

Mary said...

an dieser aussage ist soviel falsch, da weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll.

(und das hat wirklich nichts mit meiner meinung zu dieser strecke zu tun.)

Rosine said...

Oh mann, Anonymus, bitte sag, dass das nicht Dein Ernst ist. Und klicke mal bitte auf die links oben, dann siehst Du, dass es sich mitnichten um ein "deutsches Problem" handelt.

Leonhard said...

also wirklich. rassismus darf nicht übersehen, noch schöngeredet werden. das ist länderunabhängig, weil man mit rassismus überall heute konfrontiert wird - man kann wohl deutschland für sensibel halten. aber nicht für zu sensibel!

@mary: ich verstehe das jetzt so, dass ein editorial auch pädagogisch funktionieren sollte. muss das sein? wenn man sich beispielsweise werke von paul gauguin ansieht, wird einem die voryeuristische perspektive gegenüber den dargestellten bewohnern tahitis vielleicht ärgern. aber kann man daraus eine berechtigte kritik formulieren?

Mary said...

gauguin hat den "vorteil" nicht mehr aktuell zu sein, allerdings finde ich, dass man durchaus den exotismus, kolonialismus und rassismus bemerken muss. kritisieren wäre vielleicht zu weit (an wen würde man das richten?), aber ich würde mir keinen gauguin ins wohnzimmer hängen (ha)

blica said...

@leonhard: naja eben, gauguin`s tahiti-exotismen sollten uns doch dazulernen lassen, zumal wir das doch alle schonmal in irgendwelchen uniseminaren durchgekaut haben. die modewelt ist da leider einigermaßen immun.
ebenfalls unterste schublade, das "anschwärzen" von weissen models, z.b zu entdecken bei steven klein 2009 in der französischen vogue:
http://jezebel.com/5379708/oh-no-they-didnt-french-vogue-does-blackface/gallery/
oder aber anlässlich der "americas next topmodel"-maskeraden:
http://www.etonline.com/gallery/2009/10/80204/index.html?x=76&y=34&photo=3

Leonhard said...

ich denke, dass kunst und mode wie indikatoren für denkweisen der gegenwart sind. deswegen denke ich, dass

@blica: die modewelt so immun ist, wie die verkehrten vorstellung in den köpfen der menschen - aber auch nicht weniger. und ja, wie daneben ist das denn?!
was lehrt man denn in den uniseminaren? ich studiere noch nicht.

@mary: bis jetzt habe ich kritik immer als auf das werk bezogen verstanden, die sich nicht an den schöpfer richtet, sondern an den betrachter. vielleicht hängt das aber auch vom selbstverständnis des kritikers ab. und daher kann ich verstehen, dass du kritisierst. offen gesagt: zu anfang habe ich es nicht als kritik verstanden, sondern als "no go", dass man zensieren muss. gegen kritik kann ich gar nichts nichts einzuwenden haben. nur denke ich nicht, dass man es kritisieren muss in meiner stellung der medienöffentlichkeit. aber, wenn man sich die kommentare dort und hier so mal durchliest, hast du ja genau das richtige getan, genau das was in deiner position angebracht war

Mau-Fashion said...

ich weiß nicht genau, was ich von dem editorial halten soll und finde es etwas schwer, das zu diskutieren.
trotzdem fand ich die facebook kommentare teilweise auch total krass!
hab's parralel verfolgt..aber so ist das nunmal, wenn viele meinungen aufeinanderprallen..

Patricia said...

@Daniel: Könnte es sein, dass Du bisher keinen Rassismus erlebt hast, weil Du nicht fremdländisch aussiehst? Ich würde Dir einen Tagesausflug mit meinen vietnamesischen Freunden empfehlen. Egal, wo Du hinkommst, aus allen Ecken schallt Dir "Japse" oder "oller Chinese" entgegen. Das ist kaum zum Aushalten.

Dori said...

"...,sie bildet lediglich bekannte Stereotype noch einmal ab. Deswegen ändert sie nichts und stößt keine Ablösung an, sondern bestätigt durch Wiederholung."

so richtig.

Himbeer said...

Mary sagte, Mode ist nicht unpolitisch, weil es Teil der Gesellschaft ist. Ist das eine Tatsachenbeschreibung oder ein Wunsch, ein Ideal? Denn dann frag ich mich, wie es kommt, dass die Realität der Modewelt so aussieht: Untergewicht ist top! Ausbeutung von Nähern in Indien, Bangladesh und China ist geil! Welche politische Botschaft steht dahinter? Ich habe zwar das Gefühl in der Mode werden oft Ideale präsentiert - aber ich stimme selten mit diesen Idealen überein. Geiz ist geil, Ausbeutung von Menschen, die sich nicht wehren können und sich halb zu Tode hungern - ehrlich nicht meine Welt. Für mich ist der - möglicherweise vorhandene Rassismus - nur die äußere Fassade, die Spitze des Eisberges.

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